Sie waren auf Hilfe angewiesen, er nutzte es aus: Ein 58-jähriger rumänischer Pfleger gestand vor dem Landesgericht Feldkirch, zwei hilfsbedürftige Frauen bestohlen zu haben.
Eines der Opfer leide an schwerer Demenz und vergesse immer wieder, wo sie ihre Dinge hingelegt habe –ihr wurde Pflegestufe sechs zugesprochen. Genau das soll sich der Angeklagte zunutze gemacht haben – er entwendete mehrere Wertgegenstände. Nach dem gleichen Muster stahl er auch bei einer zweiten Frau – hier erlangte er mit einem widerrechtlich besorgten Schlüssel Zugang zu einer Schmuckschatulle.
"Ich will nur meine Ruhe", erklärte der Mann bei der Befragung. Er gab die Diebstähle zu, klagte jedoch, er sei nicht fair bezahlt worden. Für 28 Arbeitstage sollten ihm 95 Euro pro Tag zustehen, tatsächlich habe er 35 Tage gearbeitet und sei danach auf die Straße gesetzt worden.
Weitere Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung wurden fallengelassen, nachdem Blutuntersuchungen keinerlei Hinweise lieferten, wie "Vorarlberg Online" berichtet.
Das Gericht verurteilte den Pfleger zu fünf Monaten bedingter Haft und einer unbedingten Geldstrafe von 800 Euro. Den größten Teil der Beute konnte man den Frauen zurückgeben, 105 Euro muss der Verurteilte noch erstatten. Mildernd wirkten das Geständnis und seine bisherige Unbescholtenheit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.