Bitteres Ende eines romantischen Abends. "Heute"-Leser Sebastian K. ist außer sich, als er sich bei uns meldet: "Der Vorfall liegt elf Monate zurück, jetzt erst melden die sich mit der Strafe!"
Was ist geschehen? Der Grazer K. und eine Freundin sind am Weg heim nach einem größeren Ausflug. Die stundenlange Autofahrt geht zu Ende, es ist etwa 23 Uhr an einem Freitag, die beiden wollen noch eine letzte kleine Pause einlegen.
Auf der Strecke liegt der McDonalds Feldkirchen bei Graz. Sie parken sich ein, machen einen Stopp, konsumieren Kaffee und Süßspeisen. Die Zeit vergeht, die beiden sind immer noch in ein intensives Gespräch vertieft. Plötzlich heißt es "Sperrstunde", sie müssen raus.
Aber: Sie möchten nicht heim. Also setzen sie sich ins Auto. "Wir haben uns weiter unterhalten." Dann kam noch mehr, "später haben wir uns auch geküsst", sagt Sebastian K.
Fast ein Jahr nach dem besagten Abend liegt ein Brief des Unternehmens Park & Control in K.s Postkasten. "Verstoß gegen die vor Ort zulässige Höchstparkdauer", steht in dicken, blauen Buchstaben am Briefkopf. Auf die Sekunde genau wird ihm aufgelistet, wann er auf den McDonalds-Parkplatz eingefahren ist und wann er das Gelände wieder verlassen hat.
Für dieses "Vergehen" soll er jetzt 65 Euro einzahlen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihnen ein Schaden entstanden ist, indem ich die zulässige Parkdauer um 61 Minuten überschritten habe, zu einer Zeit, in der sie schon geschlossen hatten", regt sich K. auf.
Noch wütender macht ihn, dass dieser Brief elf Monate später bei ihm ankommt.
In der McDonalds-Zentrale erklärt ein Sprecher, warum es überhaupt eine Parküberwachung vor Ort (und vor vielen anderen Filialen) gibt: "Das mussten wir einführen, wegen der vielen Dauerparker", sagt er zu "Heute".
Aber: "Wir wollen ja nicht unsere Gäste bestrafen!" Dann bietet er eine Lösung an: "Wenn der Kunde uns mit einem Kontobeleg (Anm.: wenn mit Karte bezahlt wurde) oder mit dem Kassenzettel belegen kann, dass er Gast war, dann wird die Strafe storniert."
Kunde Sebastian K. ist noch lange nicht beruhigt: "Ich habe damals bar bezahlt, warum in aller Welt sollte ich so lange diesen Beleg aufheben?" Dann bietet er eine Lösung an: "Die haben doch alles per Kamera überwacht, die müssten doch sehen, ob ich in das Lokal gegangen bin."
Sebastian K. wird sich jetzt beim Kundendienst des Burgerrestaurants melden, vielleicht findet sich noch eine Einigung.