Mindestens 64 Menschen sind bei einem schweren Zugunglück in Spanien ums Leben gekommen. Zwei Schnellzüge kollidierten am Mittwochmorgen in der Provinz Toledo, rund 150 Kilometer südlich von Madrid. Weitere 80 Personen wurden verletzt, 50 davon schwer. Insgesamt befanden sich 544 Menschen in den beiden Zügen.
Der Zusammenstoß ereignete sich gegen 9 Uhr. Laut Bahnbetreiber ADIF dürfte einer der Züge auf den anderen aufgefahren sein. Zwei Waggons entgleisten und stürzten laut "El País" eine Böschung hinunter. Ein von spanischen Medien veröffentlichtes Video zeigt einen völlig ausgebrannten und zerstörten Waggon.
Jesús Jerónimo (54) erlebte das Unglück hautnah mit. "Ich arbeitete gerade an meinem Laptop, als ich eine sehr starke Beschleunigung spürte und auf den Sitz vor mir prallte. Die Menschen wurden hinausgeschleudert. Wir dachten, wir seien entgleist", erzählte er gegenüber "El País". Erst später bemerkte er, dass der Zug umgekippt war.
Bei den beteiligten Zügen handelt es sich um Garnituren von Renfe und Iryo. Als mögliche Unfallursache wird laut "El País" menschliches Versagen untersucht.
Die Bahnverbindungen zwischen Madrid, Ciudad Real und Andalusien wurden eingestellt. Während zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz standen, rief das Transfusionszentrum Madrid dringend zu Blutspenden auf.
Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich erschüttert und sprach den Betroffenen sowie ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus.