Billy Long, der von US-Präsident Donald Trump als neuer Botschafter in Island vorgeschlagen wurde, hat in einem angeblichen Scherz gemeint, Island könnte doch gleich der 52. US-Bundesstaat werden – und er selbst dessen Gouverneur. Wie "20 Minuten" berichtet, hat das isländische Außenministerium daraufhin die US-Botschaft in Reykjavík um eine Stellungnahme gebeten.
Das Nachrichtenportal "Politico" hatte zuvor gemeldet, dass der frühere republikanische Kongressabgeordnete Long diesen Witz gemacht habe. Die Reaktion in Island ließ nicht lange auf sich warten: Bürger haben prompt eine Petition gestartet, in der Außenministerin Katrín Gunnarsdóttir aufgefordert wird, Long als Botschafter abzulehnen.
Die Initiatoren der Petition schreiben, Longs Worte seien vielleicht nicht ganz ernst gemeint gewesen, "doch sie sind eine Beleidigung für Island und die Isländer, die für ihre Freiheit kämpfen mussten und stets Freunde der Vereinigten Staaten waren". Bis Freitagvormittag haben bereits über 4.100 Menschen unterschrieben.
Der Zeitpunkt für Longs Witz ist denkbar ungünstig: Die diplomatische Lage zwischen Grönland, Dänemark und den USA ist ohnehin angespannt, nachdem US-Präsident Trump mehrfach betont hat, Amerika wolle das zu Dänemark gehörende Grönland kaufen oder im Notfall sogar einfach annektieren.
Wie das Medium "Arctic Today" berichtet, hat sich Billy Long mittlerweile für seine Aussage entschuldigt. Er betonte, es habe sich um einen Scherz gehandelt. "Wenn sich jemand dadurch beleidigt gefühlt hat, entschuldige ich mich", erklärte Long gegenüber der Zeitung.
Island ist zwar kein EU-Mitglied, gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum und ist Gründungsmitglied der NATO. Wie auch Grönland war Island früher Teil des dänischen Königreichs, wurde aber 1918 unabhängig und 1944 zur Republik erklärt.