Machado in Washington

Friedensnobelpreis für Trump – nun hat er die Medaille

Die Friedensnobelpreisträgerin Machado hat Trump ihre Medaille überreicht. Das Nobelkomitee stellt jedoch klar: Der Preis ist nicht übertragbar.
Newsdesk Heute
16.01.2026, 08:45
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Mit einer höchst ungewöhnlichen, rein symbolischen Geste hat die venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado bei ihrem Besuch in Washington für Aufsehen gesorgt: Sie übergab US-Präsident Donald Trump ihre Medaille.

Trump bedankte sich am Donnerstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social und sprach von einer "wundervollen Geste gegenseitigen Respekts". Das Nobel-Komitee stellte allerdings klar, dass der Preis nicht übertragbar ist.

Medaille ausgehändigt?

Machado sagte vor Journalisten in Washington auf Englisch, sie habe dem US-Präsidenten die Medaille "präsentiert". Spanischsprachige Korrespondenten verstanden ihre Aussagen so, dass sie ihm die Auszeichnung aushändigte. Auf die Frage, ob Trump die Medaille behalten habe, antwortete Machado nicht.

Ihre Handlung bezeichnete Machado als Anerkennung für Trumps "einzigartiges Engagement für unsere Freiheit". Damit spielte sie auf die Gefangennahme des langjährigen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Januar an.

"Er hat es verdient"

Später bekräftigte Machado ihre Entscheidung in einem Interview mit Fox News. "Er hat es verdient", sagte sie dort. "Es war ein sehr emotionaler Moment", fügte die Oppositionspolitikerin hinzu. Trump hatte Machado zu einem Mittagessen unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Weißen Haus empfangen.

Schon Anfang Januar hatte Machado bei Fox News angekündigt, sie sei zur Weitergabe bereit. "Weil dies der Preis des venezolanischen Volkes ist, wollen wir ihn (Trump) natürlich überreichen und ihn mit ihm teilen", betonte sie. Trump reagierte damals: "Das wäre eine große Ehre" – und schrieb den Preis in Truth Social prompt falsch als "Noble", wie das englische Wort für edel.

Preis kann nicht weitergegeben werden

Das Nobel-Komitee in Oslo stellte daraufhin klar, dass der Preis nach den seit rund 125 Jahren gültigen Regeln nicht weitergegeben werden kann: "Sobald ein Nobelpreis bekannt gegeben wurde, kann er weder widerrufen, geteilt noch an andere übertragen werden. Die Entscheidung ist endgültig und gilt für alle Zeiten", erklärte das Komitee.

Beobachter sehen in dem Schritt womöglich auch den Versuch, Machados Gewicht in Venezuela zu stärken. Nach der Gefangennahme Maduros durch US-Elitesoldaten Anfang Januar hatte Trump erklärt, Machado habe nicht die nötige Unterstützung, um Venezuela zu führen: "Sie ist eine sehr nette Frau, aber sie flößt keinen Respekt ein", urteilte Trump über die 58-Jährige.

Mögliche Neuwahlen in Venezuela?

Zu einem möglichen Termin für Neuwahlen in Venezuela wollte sich das Weiße Haus während Machados Besuch nicht äußern. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt sagte zwar, der US-Präsident sei "entschlossen, hoffentlich eines Tages Wahlen in Venezuela zu erleben". Einen Zeitplan dafür nannte sie aber nicht.

Stattdessen setzen die USA nun auf Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez, die bis zu Maduros Gefangennahme Stellvertreterin des Linksnationalisten gewesen war. Trump telefonierte vor der Begegnung mit Machado mit Rodríguez und nannte sie danach "fantastisch".

"Machen enorme Fortschritte"

Auch sonst betonte Trump die guten Beziehungen. "Wir kommen sehr gut mit Venezuela klar", sagte er. In Onlinediensten teilte er mit, beim Telefonat sei es um Erdöl, Mineralien, Handel und nationale Sicherheit gegangen. "Wir machen enorme Fortschritte", erklärte der US-Präsident.

Welchen Anspruch Trump auf das südamerikanische Land mit fast 30 Millionen Einwohnern erhebt, unterstreicht zudem ein gefälschter Wikipedia-Eintrag, den er zuletzt in Onlinemedien teilte. Darin wird er als "amtierender Präsident" Venezuelas bezeichnet.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 16.01.2026, 10:43, 16.01.2026, 08:45
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