Nach einem tödlichen Vorfall in Minneapolis kritisiert der Podcaster Joe Rogan die US-Einwanderungsbehörde (ICE) mit den Worten "Wollen wir wirklich zur Gestapo werden?" scharf. Der 58-jährige US-Amerikaner gilt als einer der einflussreichsten Podcaster der Welt. Beobachter schreiben ihm zu, mit seiner Reichweite maßgeblich zum Wahlsieg Donald Trumps beigetragen zu haben.
Anlass für Rogans Äußerungen waren die tödlichen Schüsse auf Renee Nicole Good. Sie war eine 37-jährige US-Bürgerin und ist erst vor einem Jahr nach Minneapolis gezogen. Ein ICE-Beamter tötete sie in der vergangenen Woche durch Schüsse in den Kopf. Besagter Beamter solle sich ganz normal Ermittlungen und einem eventuellen gerichtlichen Verfahren stellen, berichtet das Politikmagazin "The Hill".
In den vergangenen Monaten hat sich Rogan zunehmend vom US-Präsidenten distanziert. Der Vergleich mit den Nazis markiert den bisherigen Höhepunkt dieser Entwicklung. In der neuesten Folge seines Podcasts "The Joe Rogan Experience" äußerte er am Dienstag im Gespräch mit dem republikanischen Senator Rand Paul deutlich seine Besorgnis über die Aktivitäten von ICE.
Joe Rogan verglich die Methoden der ICE-Behörde mit der Gestapo (Anm.: Geheime Staatspolizei des NS-Regimes) im Hitler-Deutschland. Die Einwanderungsbehörde geht seit mehreren Monaten mit extremer Härte gegen Immigranten vor. Die meisten Menschen in den USA seien der Meinung, dass die Strafverfolgungsbehörden Kriminelle verhaften sollten. Viele dieser Menschen würden aber auch glauben, dass ICE "illegal operiert".
Zugleich widersprach Rogan der Einschätzung vieler Trump-Anhänger, der Beamte habe aus Notwehr gehandelt, weil er befürchtet habe, von Good mit dem Auto erfasst zu werden. "Für mich sah es so aus, als würde sie das Fahrzeug eher weglenken", erklärte Rogan.
Damit stellt er sich ausdrücklich gegen Aussagen von Trump und Heimatschutzministerin Kristi Noem, die den Vorfall sogar als "Akt des inländischen Terrorismus" bezeichnet hatte. US-Vizepräsident J.D. Vance hat den ICE-Beamten zugesichert, sie seien durch absolute Immunität geschützt.