Terror-Manifest

15. März 2019 14:23; Akt: 15.03.2019 15:51 Print

"Fortnite trainierte mich, ein Killer zu sein"

Das wirre Terror-Manifest des Neuseeland-Killers strotzt vor Worten, mit denen der Rechtsextremist Brenton Tarrant seine Morde rechtfertigen will.

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Trump-Fan, Videospiel-Fanatiker, sich selbst schlägt er für den Friedensnobelpreis vor. Der 28-jährige Rechtsextremist Brenton Tarrant, der im neuseeländischen Christchurch bei Anschlägen auf zwei Moscheen nach Polizeiangaben 49 Menschen erschossen haben soll, war Anhänger der rechtsextremen Verschwörungstheorie "The Great Replacement" ("Der große Bevölkerungs-Austausch").

In seinem 74-seitigen Manifest beschreibt sich Tarrant nicht nur als "normalen, weißen Mann", der aus einer "einkommensschwachen, australischen Familie" stammt. Er zeigt sich auch als Fan des US-Präsidenten Donald Trump, der ein "Symbol der weißen Identität" sei. Auf einigen Seiten des wirren Manifests des Killers befragt er sich auch selbst und liefert Antworten auf seine eigenen Fragen.

"Spyro" und "Fortnite"

Dabei erklärt Tarrant, er habe den Anschlag mit Videospielen geübt. Konkret fragt er sich selbst: "Wurde dir Gewalt und Extremismus durch Videospiele, Musik, Literatur und Filme beigebracht?" Seine Antwort: "Ja, 'Spyro the Dragon 3' lehrte mich Ethno-Nationalismus. 'Fortnite' trainierte mich, ein Killer zu sein und auf den Leichen meiner Feinde zu tanzen."

In Bezug auf "Fortnite" nennt Tarrant den Begriff "to floss". Er bezieht sich damit auf den "Zahnseide-Tanz", einer Emote-Bewegung, mit der sich im Spiel Gegner verhöhnen lassen. Dabei steht die Figur herum und "wischt" mit den Armen hinter und vor dem Körper umher. Bekannt wurde "The Floss" durch einen 16-jährigen Jugendlichen ("The Backpack Kid"), der mit dem Tanz neben Popstar Katy Perry auftrat.

So funktionieren die Spiele

Im Battle-Royale-Game "Fortnite" kann man mit verschiedenen Waffen seine Gegner besiegen. Eine violette Zone begrenzt den Raum, in dem man am Leben bleibt. Wenn man sich zu lange im violetten Bereich aufhält, stirbt man. Gewonnen hat man, wenn man der letzte Überlebende ist. "Spyro 3" wiederum ist ein buntes Jump'n'Run mit dem violetten Drachen Spyro in der Hauptrolle, der stets von der Libelle Sparx begleitet wird. In Teil 3 muss Spyro gestohlene Dracheneier aufspüren, die eine böse Zaubererin für ihre Macht nutzen will.

Bei dem Attentat auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind zumindest 49 Personen getötet und 48 weitere verletzt worden. Ein festgenommener Mann wird des Mordes angeklagt. Gegen zwei weitere Verdächtige wird ermittelt. Große Teile der Stadt wurden abgeriegelt und Schulen geschlossen. Die Polizei bittet die Bevölkerung, zuhause zu bleiben. Den Behörden zufolge handelt es sich um einen rechtsextremen Terrorakt. Der 28-jährige Rechtsextreme bekannte sich zur Tat und streamte die Attacke live mit.

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(rfi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chaisen am 16.03.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig zitieren.

    Wenn man jemanden Zitiert sollte man es auch richtig und ganz machen. "Were you taught violence and extremism by video games,music,literature,cinema? Yes, Spyro the dragon 3 taught me ethno-nationalism. Fortnite trained me to be a killer and to floss on the corpses of my enemies. No." Ganz wichtig wird dabei das einfache "No." am ende.

  • Endlos-Schleife am 15.03.2019 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung abgegeben

    so schnell und einfach entledigt man sich der Verantwortung. Ahja.., alles klar. Wie heißt DAS Game?

  • SUN am 16.03.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Film, Spiele...

    Alles nur Ausreden, sowie damals für den Film Clockwork Orangevon Stanley Kubricks. Ein toller Film, bis heute. Man kann, nicht einen Spiel oder einen Film die Schuld geben, auch wenn man es garade möchte. Es spielen viele Varianten mit. Das Umfeld der Person, Lebensstil, wie ist er aufgewachsen?... Sonst würde wir alle SK sein... Right?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • idiocracy am 17.03.2019 02:47 Report Diesen Beitrag melden

    wenn man jetzt weiter

    auf sport oder people klickt. liest man dort auch von diesen tragischen vorfall. wo ist für die medien moralisch ein ende?

  • JaJaJa SoSoSo am 16.03.2019 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ablenkung und Lügen zum Vertuschen

    Was ist mit der Waffenlobby? Wieder wird der wahre Grund und das wirkliche Problem massiv verschleiert. Die Waffenlobby casht Milliarden Euros und wird von allen Shooter Games massiv beworben. (Waffenarten, Technische Daten (zB. CoD, Battlefield, etc.., alles im Spiel bereits auf dem Sielbertablett serviert. Und das Geschäft wird gemacht auf Kosten der Menschen, weil das eigentliche Problem die Waffen slbst sind. Aber egal wieviele Kinder in den USA an den Schulen getötet werden, wird fleißig weiter dort verkauft. Die Lobby beherrscht alle politischen Systeme.

  • Chaisen am 16.03.2019 11:33 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig zitieren.

    Wenn man jemanden Zitiert sollte man es auch richtig und ganz machen. "Were you taught violence and extremism by video games,music,literature,cinema? Yes, Spyro the dragon 3 taught me ethno-nationalism. Fortnite trained me to be a killer and to floss on the corpses of my enemies. No." Ganz wichtig wird dabei das einfache "No." am ende.

  • Hypnos am 16.03.2019 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    Schräg

    Fortnite trainierte mich... Aja? Ist der Killer immer aus einem Flugzeug abgesprungen um sich dann Battle Royal mäßig in die top 10 zu kämpfen, während er sich selbst in 3rd Person über die Schulter schaute? Ich glaube eher sein Gehirn, oder was auch immer in seinem Schädel sitzt, hat das veranlasst. Er hat immerhin nicht mit Maus und Tastatur getötet... Videospiele sind wieder einmal das Bauernopfer...

  • SUN am 16.03.2019 08:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Film, Spiele...

    Alles nur Ausreden, sowie damals für den Film Clockwork Orangevon Stanley Kubricks. Ein toller Film, bis heute. Man kann, nicht einen Spiel oder einen Film die Schuld geben, auch wenn man es garade möchte. Es spielen viele Varianten mit. Das Umfeld der Person, Lebensstil, wie ist er aufgewachsen?... Sonst würde wir alle SK sein... Right?