Betrunken in Lkw gekracht

"100.000 Schutzengel!" Richterin findet deutliche Worte

Ein Steirer krachte alkoholisiert frontal gegen einen Lkw. Vor Gericht sprach er über die Folgen des Unfalls. Die Richterin fand deutliche Worte.
27.10.2026, 09:01
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8.000 Euro Schulden für ein zerstörtes Auto, der Führerschein weg und eine schwer verletzte Ferse: Ein junger Steirer muss noch immer mit den Folgen eines Verkehrsunfalls im Bezirk Voitsberg leben. Im Sommer war er alkoholisiert auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal gegen einen Lastwagen gekracht.

Nun musste er sich vor dem Bezirksgericht Voitsberg verantworten. Dort machte ihm die Richterin deutlich, wie knapp er einer noch größeren Katastrophe entgangen war.

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Beim Tempomaten-Einstellen kracht es

Der Unfall ereignete sich am 10. August kurz nach 16 Uhr in Söding-St. Johann. Der junge Mann war nach der Arbeit auf dem Heimweg, als er auf Höhe der Bäckerei Kogler die Kontrolle über seinen Wagen verlor.

Das Auto geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden Lkw. Gegenüber der Polizei erklärte der Lenker später, er habe gerade versucht, den Tempomaten einzustellen.

Bei dem Zusammenstoß wurde seine Ferse in drei Teile zertrümmert. Der Lkw-Fahrer kam mit leichten Verletzungen davon.

Alkoholwert überrascht Angeklagten

Erst nach dem Unfall wurde bekannt, dass der Autofahrer alkoholisiert unterwegs gewesen war. "Drei Stunden später wurden im Blut noch 0,7 Promille nachgewiesen. Das heißt, zum Zeitpunkt des Unfalls waren es zumindest 1,0 Promille", wird die Richterin in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

Der Angeklagte gab laut der Tageszeitung an, vor der Fahrt ein Bier und einen Sommerspritzer getrunken zu haben. Den festgestellten Alkoholwert versuchte er sich mit weiteren Umständen zu erklären:

"Ich habe den ganzen Tag nichts gegessen und habe auch am Vorabend etwas getrunken. Nur so kann ich mir den Wert erklären", schilderte er.

Richterin: "100.000 Schutzengel"

Die Richterin ließ an der Gefährlichkeit der Fahrt keinen Zweifel.

"Sie hatten bei dem Unfall 100.000 Schutzengel. Und Glück, dass Ihnen ein Lkw entgegengekommen ist, dessen Lenker nur leicht verletzt wurde. Bei der Kollision mit einem Auto wäre es wahrscheinlich viel schlimmer ausgegangen und Sie müssten sich vor dem Landesgericht verantworten", stellte die Richterin laut "Kleine Zeitung" klar.

Auch die Entscheidung, nach dem Alkoholkonsum noch selbst zu fahren, kritisierte sie scharf. "Das war eine Harakiri-Aktion und ist durch nichts zu entschuldigen", hielt sie dem Angeklagten laut dem Bericht vor.

Auto zerstört, Kredit läuft weiter

Neben seinen Verletzungen hat der junge Mann auch mit erheblichen finanziellen Belastungen zu kämpfen. Sein Auto erlitt bei dem Zusammenstoß einen Totalschaden. Bezahlt war es allerdings noch nicht.

"Der Wagen war noch nicht abbezahlt, rund 8.000 Euro an Kredit sind noch offen", erklärte der Steirer laut "Kleine Zeitung" vor Gericht. Hinzu kommt der Verlust seines Führerscheins.

Der Angeklagte zeigte sich einsichtig und übernahm laut dem Bericht die Verantwortung für sein Verhalten: "Es tut mir leid und ich bin froh, dass nicht noch mehr passiert ist."

1.120 Euro Geldstrafe verhängt

Das Bezirksgericht Voitsberg verurteilte den jungen Mann wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 1.120 Euro. Diese setzt sich aus 140 Tagsätzen zu jeweils acht Euro zusammen.

Zusätzlich muss der Verurteilte 200 Euro an Prozesskosten bezahlen. Die Richterin erklärte dazu laut "Kleine Zeitung": "Das ist nur ein symbolischer Betrag, der die Arbeit von Polizei, Staatsanwaltschaft und Justiz abdecken soll".

Eine niedrigere Strafe kam für sie laut dem Bericht der Tageszeitung nicht infrage: "Schon aus generalpräventiver Sicht war eine geringere Strafe nicht möglich."

Eindringliche Warnung zum Schluss

Bevor der junge Mann das Gericht verließ, gab ihm die Richterin laut "Kleine Zeitung" noch eine Warnung mit auf den Weg. Er solle sich keinesfalls erneut alkoholisiert ans Steuer setzen: "Einmal hat man so ein Glück, ein zweites Mal ist die Chance darauf verschwindend gering."

Für den Steirer ist der Unfall damit auch nach dem Urteil nicht vorbei. Seine körperlichen Beschwerden und die finanziellen Folgen werden ihn weiterhin beschäftigen.

wil, 27.10.2026, 09:01