Plötzliche Diagnose

Krebs besiegt! Jetzt wird Grazer (21) Profi MMA-Kämpfer

Er verlor fast 20 Kilo und fürchtete um sein Leben. Doch MMA-Talent Oleksii aus der Steiermark kämpfte sich nach seiner Krebsdiagnose zurück.
27.10.2026, 05:35
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Oleksii (21) steht kurz vor seinem großen Traum: Der Grazer will Profi im MMA (Mixed Martial Arts) werden. Doch im Oktober 2025 änderte eine Krebsdiagnose im vierten Stadium alles. Statt im Ring musste das junge Kampfsporttalent plötzlich gegen eine lebensbedrohliche Krankheit kämpfen. Jetzt ist kein Krebs mehr nachweisbar, sein Profidebüt rückt in greifbare Nähe.

Angefangen hatte es im Herbst 2025. Oleksii bekam plötzlich stechende Bauchschmerzen, wenig später kamen Fieber und Husten dazu. Nur wenige Tage trennten ihn damals von einem wichtigen Kampf. "Damals waren gerade viele krank", erzählt er im Gespräch mit "Heute". Der 21-Jährige nahm die Symptome nicht ernst und entschied sich, trotzdem anzutreten. Den Kampf verlor er.

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"Ich habe gedacht, ich muss bald sterben"

Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. "Mir ist es immer schlechter und schlechter gegangen", erinnert sich der Grazer. Schließlich musste er ins Krankenhaus. Dort folgte die Schockdiagnose: Lymphom, eine Krebserkrankung im vierten Stadium. Die Krankheit hatte bereits Lunge, Leber, Milz und Knochen befallen.

"Ich war schockiert. Ich dachte, ich muss bald sterben – so etwas mit 21 zu hören, ist schwierig", erzählt Oleksii. Sein Arzt versuchte, ihm Mut zu machen. Es gebe Chancen auf Heilung. Doch den jungen Sportler beschäftigte vor allem eine Frage: "Kann ich nach der Behandlung wieder trainieren?" Eine konkrete Antwort blieb ihm der Arzt damals schuldig.

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Mit 17 floh er vor dem Krieg nach Graz

Es war nicht der erste schwere Schicksalsschlag im Leben des 21-Jährigen. Oleksii stammt ursprünglich aus der Ukraine. Als dort der Krieg ausbrach, war er gerade einmal 17 Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Freundin flüchtete er nach Österreich.

Ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, musste er sich in Graz ein völlig neues Leben aufbauen. Er besuchte Sprachkurse und schaffte es innerhalb kurzer Zeit bis zum Niveau C1. Halt gab ihm dabei vor allem der Kampfsport.

Schon mit fünf Jahren begann Oleksii zu trainieren. In seiner Heimat schaffte er es ins ukrainische Nationalteam, in Kiew wurde er sogar Jugend-Weltmeister im Kickboxen. Über seinen ukrainischen Trainer fand er schließlich auch in Graz Anschluss an ein Kampfsportstudio. Sein Ziel hatte er dabei nie aus den Augen verloren: Er wollte Profi werden.

20 Kilo verloren - dann kam die Wende

Doch mit der Krebsdiagnose rückte dieser Traum plötzlich in weite Ferne. Zunächst behielt Oleksii die Erkrankung sogar für sich. Niemand sollte wissen, wie schlecht es ihm ging: "Ich wollte nicht, dass man mich wie einen kranken Menschen behandelt. Ich wollte alles selbst erledigen. Das war schwierig, aber es hat mir mental geholfen.“

Die Behandlung verlangte ihm einiges ab. Insgesamt hatte der junge Sportler 20 Kilo verloren. Zu Beginn der Chemotherapie – es waren insgesamt sechs Zyklen – war er extrem schwach, er schlief konstant.

Doch nach etwa einer Woche schlug die Therapie an. Ende März dann die erlösende Nachricht: Bei einer Kontrolluntersuchung war kein Krebs mehr nachweisbar.

Jetzt steht sein erster Profikampf bevor

Seit Ende des Sommers steht Oleksii wieder im Training. Dort, wo er sich schon als kleiner Bub am wohlsten gefühlt hatte. Nach der Flucht aus seiner Heimat und der schweren Erkrankung kann er nun endlich wieder an seinem großen Traum arbeiten.

"Bis jetzt geht es gut", erzählt der 21-Jährige bescheiden. Dabei hat er längst wieder ein konkretes Ziel vor Augen: "Wenn es so weitergeht, habe ich im April mein Profidebüt im MMA."

Seine Geschichte will Oleksii nicht für sich behalten. Er möchte anderen Menschen, die gerade eine schwere Zeit durchmachen, Mut machen und zeigen, dass es sich lohnt, weiterzukämpfen. "Und wenn es auch nur eine einzige Person ist - dann hat es sich schon gelohnt."

red, 27.10.2026, 05:35
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