Brot, Kleidung, Hygieneartikel und Hundefutter: Bis unters Dach war der Transporter von Thomas "Tom" Putzgruber vollgepackt, als er sich erneut auf den Weg in die kriegsgebeutelte Ukraine machte. Für den gebürtigen Niederösterreicher, der in Krems aufgewachsen ist, war es bereits die elfte Hilfsfahrt seit Kriegsbeginn. Doch diesmal kehrte er mit einer besonders dringenden Botschaft zurück.
"Es wird wirklich ALLES dringend gebraucht", schildert der Tierschützer gegenüber "Heute". Denn während der Krieg weitergeht, lasse die Unterstützung aus dem Ausland für die Menschen vor Ort zunehmend nach.
Gemeinsam mit seiner Begleiterin Theresa brachte Putzgruber vom Verein "RespekTiere" fast eine Tonne Hilfsgüter in die Region rund um Uschhorod (Uzhhorod) im Westen der Ukraine. Die Stadt ist für zahlreiche Menschen aus den umkämpften Gebieten zum Zufluchtsort geworden. Laut Putzgruber ist offiziell bereits jeder vierte Einwohner ein Binnenflüchtling.
Besonders begehrt waren acht große Säcke und Kartons mit Brot, Gebäck und Mehlspeisen, gespendet von der Bäckerei Schalk aus Langenlois (Krems-Land). Die Lebensmittel waren laut Putzgruber innerhalb kürzester Zeit verteilt.
Auch die Flüchtlingskoordinationsstelle "Eulennest" wurde mit dringend benötigten Waren versorgt. Dort kümmern sich freiwillige Helfer um Menschen, die vor dem Krieg fliehen mussten.
Doch nicht nur die Menschen leiden. Auch für Tiere wird die Situation immer dramatischer. Putzgruber, der seit Jahrzehnten gegen Tierleid kämpft und regelmäßig Hilfstransporte nach Rumänien organisiert, besuchte erneut zwei große Tierasyle. In Ungarn, unmittelbar an der ukrainischen Grenze, versorgt Tierschützerin Enikö mehr als 400 Hunde. In Uschhorod kümmert sich Irina um rund 200 Vierbeiner. Beide Einrichtungen erhielten große Mengen Tierfutter.
Besonders erschütternd waren für die Helfer die Zustände in abgelegenen Dörfern. Dort entdeckten sie zahlreiche Hunde an kurzen Ketten sowie Tiere, die massiv unter Flohbefall litten. Künftig will Putzgruber deshalb verstärkt Floh- und Zeckenmittel an lokale Tierschutzvereine liefern.
Kaum zurück in Österreich, plant der Niederösterreicher, der heute in Salzburg lebt, bereits den nächsten Einsatz. Noch vor Weihnachten soll ein weiterer Transport starten. Dafür werden dringend Sach- aber auch Geldspenden gesucht.
Besonders benötigt werden Schuhe, Jogginghosen, Trainingsanzüge und Pyjamas für Soldaten in Rehabilitation, außerdem Hygieneartikel, haltbare Lebensmittel, Töpfe, Pfannen, Gaskocher, Taschenlampen, Campingmatten und Schlafsäcke. Auch Tierfutter und Mittel gegen Parasiten stehen ganz oben auf der Wunschliste. "Wir suchen händeringend Menschen, die uns hierbei helfen möchten", appelliert Putzgruber.
Sein Weihnachtswunsch ist damit klar: keine Geschenke für sich selbst, sondern möglichst viele Hilfsgüter für Menschen und Tiere in Not. Wer zu Weihnachten etwas wirklich Sinnvolles schenken möchte, kann mit einer Sachspende für den nächsten Hilfstransport helfen.