"Kann nichts garantieren"

Ardo-Aus: Minister warnt vor düsterer Zukunft

Nach dem Ardo-Aus im Marchfeld sieht Minister Norbert Totschnig keine Rettung für das Werk. Die Zukunft von heimischem Tiefkühlspinat bleibt ungewiss.
25.10.2026, 17:45
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Bittere Nachrichten für die Gemüsebauern im Marchfeld! Nach der angekündigten Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) macht Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) jetzt wenig Hoffnung auf eine Rettung des Standorts. Auch die Versorgung mit österreichischem Tiefkühlspinat steht auf der Kippe.

"Es ist aussichtslos", erklärte Totschnig gegenüber "krone.tv". Dass der belgische Tiefkühlkonzern seine Entscheidung noch einmal überdenkt, glaubt der Minister nicht mehr.

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"Ich kann gar nichts garantieren"

Besonders brisant: Ob es 2027 überhaupt noch Tiefkühlspinat aus Österreich zu kaufen geben wird, ist offen. Auf die entsprechende Frage antwortete Totschnig unmissverständlich: "Ich kann gar nichts garantieren." Wie es mit der Gemüseproduktion im Marchfeld weitergeht, soll sich laut Minister "in ein paar Wochen" klären. Er setzt dabei auf einen "rot-weiß-roten Schulterschluss".

Die Lage ist ernst. Das Ardo-Werk verfügt über die einzige Produktionslinie für Tiefkühlspinat in ganz Österreich. Mit dem Aus droht damit nicht nur der Verlust zahlreicher Arbeitsplätze, sondern auch ein schwerer Schlag für die heimische Lebensmittelproduktion.

500 Bauern bangen um ihre Zukunft

Wie "Heute" berichtete, sind rund 500 bäuerliche Betriebe von der Schließung betroffen. Dazu kommen etwa 240 Beschäftigte, deren Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Die FPÖ warnte bereits vor massiven wirtschaftlichen Folgen. Allein im Vorjahr wurden laut FPÖ-Wirtschaftssprecher Dieter Dorner rund 40.000 Tonnen Gemüse im Wert von 18,5 Millionen Euro an Ardo geliefert.

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Viele Bauern haben über Jahre in Spezialmaschinen und Infrastruktur investiert. Ein rascher Umstieg auf andere Kulturen ist daher schwierig. Einige Betriebe haben die Aussaat von Winterspinat bereits gestoppt, weil unklar ist, wer die nächste Ernte abnehmen soll.

Über 100.000 Menschen kämpfen für Gemüse

Der Widerstand gegen die Werksschließung ist gewaltig. Am Freitag, 23. Oktober, haben bereits mehr als 111.000 Menschen die Petition "Rettet das Tiefkühlgemüse aus dem Marchfeld!" unterschrieben. Die Unterstützer fordern darin von Bund und Land finanzielle Hilfe, um eine neue Verarbeitungsanlage oder eine gemeinsame Lösung für die betroffenen Bauern zu ermöglichen.

Auch im niederösterreichischen Landtag beschäftigt das Ardo-Aus inzwischen alle großen Parteien. ÖVP, FPÖ und SPÖ machten die Zukunft der heimischen Gemüseproduktion zum Thema einer gemeinsamen Aktuellen Stunde.

Schon im Dezember ist mit Gemüse Schluss

Besonders bitter ist der enge Zeitplan. Bereits Ende Dezember 2026 soll die Gemüseproduktion im Werk eingestellt werden. Im Frühling 2027 folgt die Nudelproduktion, im August wird der Standort endgültig geschlossen. Zumindest für die heurige Ernte soll es aber einen Lichtblick geben: Ardo hat zugesichert, Spinat, Rotkraut und Karotten noch vollständig zu verarbeiten und zu verpacken. Ein Teil der Ware soll bis weit ins kommende Jahr eingelagert werden.

Für die Zeit danach fehlt allerdings weiterhin eine langfristige Lösung. Zwar werden andere Möglichkeiten zur Gemüseverarbeitung im Marchfeld geprüft, doch eine gesicherte Nachfolgelösung gibt es noch nicht.

Für die heimischen Spinatbauern läuft die Zeit davon. Während die heurige Ernte noch gerettet ist, bleibt die große Frage offen, wer das Gemüse aus dem Marchfeld im kommenden Jahr verarbeitet. Selbst der Landwirtschaftsminister kann darauf derzeit keine Antwort geben.

VF, 25.10.2026, 17:45