Nach dem angekündigten Aus für das Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) könnte es doch noch eine Zukunft für den Standort geben. Private Investoren sollen nun Interesse an einer Übernahme gezeigt haben.
Es soll sich um zwei heimische Interessenten handeln, berichtet "ORF NÖ". Bereits in der Vorwoche sei Ardo mitgeteilt worden, dass Interesse daran bestehe, das Werk samt Liegenschaft, Beschäftigten und Lieferanten zu übernehmen. Ardo selbst wollte das kolportierte Investoren-Interesse gegenüber "ORF NÖ" nicht kommentieren.
Am Mittwochvormittag sind weitere Gespräche über die Zukunft des Standorts geplant. Daran sollen mehrere Manager des belgischen Ardo-Konzerns sowie Vertreter aus Politik und Landwirtschaft teilnehmen.
Ardo hatte Ende September angekündigt, das Werk 2027 zusperren zu wollen. Direkt betroffen sind 190 Beschäftigte sowie rund 50 Leiharbeitskräfte – "Heute" berichtete. Das Unternehmen begründete den Schritt unter anderem mit nötigen Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro. Für den vergleichsweise kleinen österreichischen Markt sei diese Summe zu hoch.
Auch für die Landwirtschaft steht viel auf dem Spiel. Laut Landwirtschaftskammer sind rund 500 bäuerliche Familienbetriebe von der geplanten Schließung betroffen.
Die bestehenden Produktionsanlagen sollen laut den bisherigen Plänen ausgebaut und an anderen Ardo-Standorten weiterverwendet werden. In Teile der Anlagen, darunter die Kräuter- und Spinatlinie, seien erst in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Euro investiert worden.
Ob die beiden Interessenten tatsächlich zum Zug kommen, ist noch offen. Für Beschäftigte und Bauern gibt es damit aber zumindest wieder Hoffnung auf eine Zukunft des Werks.