In der Nacht auf Sonntag ist Russland von einer massiven Drohnenwelle getroffen worden. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden landesweit 1.015 ukrainische Drohnen abgeschossen. Allein auf dem Weg nach Moskau soll die Luftabwehr 195 Fluggeräte abgefangen haben.
Das teilte Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin auf Telegram mit. Die Drohnen seien seit Mitternacht in Richtung der russischen Hauptstadt unterwegs gewesen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Die Angriffe hatten auch massive Auswirkungen auf den Flugverkehr. Die beiden Moskauer Flughäfen Domodedowo und Wnukowo mussten ihren Betrieb vorübergehend einstellen. Die Ukraine äußerte sich zunächst nicht zu den Angriffen auf die russische Hauptstadt.
Besonders schwer traf es offenbar die Millionenmetropole St. Petersburg. Dort kam nach Angaben der Behörden bei einem Drohnenangriff mindestens ein Mensch ums Leben. Fünf weitere Personen wurden verletzt, wie Gouverneur Alexander Beglow mitteilte.
Am Ölterminal der Stadt brachen Brände aus, auch mehrere Industriehallen standen in Flammen. Der russische Onlinehändler Ozon meldete, dass sein Logistikzentrum brenne.
Auch das Rechenzentrum des russischen Internetunternehmens VK in der Region Leningrad wurde nach Angaben des Konzerns von Drohnen angegriffen. Der Betrieb könne allerdings fortgesetzt werden.
Die neuerlichen Angriffe erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender russischer Attacken auf die ukrainische Energieversorgung.
Erst in der Nacht zuvor hatte Russland nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mehr als 15 Energieanlagen in der Ukraine angegriffen.
Selenskyj warf der russischen Armee vor, ihre Angriffe auf das ukrainische Energiesystem gezielt auszuweiten. Dabei würden nicht nur bestehende Anlagen getroffen, sondern auch Reserven und Reparaturkapazitäten ins Visier genommen.