Beim EU-Gipfel in Brüssel dreht sich alles um die Frage, wie die Ukraine den bevorstehenden Kriegswinter überstehen kann.
Angesichts der schwindenden Unterstützung der USA und massiver Angriffe Russlands auf die ukrainische Energie-Infrastruktur beraten die EU-Staaten über weitere Hilfen für Kiew.
Lettlands Regierungschef Andris Kulbergs schlug vor, Russlands eingefrorene Vermögenswerte in Höhe von 210 Milliarden Euro für die Finanzierung der Ukraine zu verwenden. Er betonte: "Wenn die Ukraine stark bleibt, bleibt auch Europa stark."
Für jeden Europäer gehe es um ein Bier weniger im Jahr: "Wenn wir weniger trinken, werden Leben gerettet. So einfach ist das."
Wie berichtet, warb auch Bundeskanzler Christian Stocker für mehr Unterstützung für Kiew.
Diese sei schließlich auch eine Investition in die Sicherheit Europas, erklärte er mit Blick auf die Bedrohungen, die von Russland ausgehen: "Was in Ukraine passiert, betrifft uns alle"
Im Hintergrund steht ein großes Finanzloch im ukrainischen Haushalt – für 2027 fehlen laut Angaben aus Kiew 29 Milliarden Euro, bei den Verteidigungsausgaben sogar 40 Milliarden.
Neue Kredite für die Ukraine gelten nicht als Selbstläufer. Laut Informationen von Politico gibt es unter Diplomaten Kritik an der Art, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj auf US-Präsident Donald Trump reagiert hat, nachdem dieser einen Deal mit Russland geschlossen hatte. Aussagen wie, er fühle sich "verraten" oder Trump stehe "nicht auf der richtigen Seite der Geschichte", kamen nicht überall gut an.
Selenskyj nutzte eine Pressekonferenz, um den Europäern für ihre Unterstützung zu danken, und erwähnte auch das Weiße Haus. Er will den Streit um die zwischenzeitliche Drosselung des Satelliten-Kommunikationsdienstes Starlink offenbar nicht weiter vertiefen.
EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa bekräftigten in Brüssel, die Ukraine weiter zu unterstützen und die EU-Beitrittsverhandlungen voranzutreiben.
EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte: "Wir müssen Russland unter Druck setzen, damit es den Krieg beendet – und nicht die Ukraine, damit sie kapituliert."