Die Ukraine sieht sich von den USA verraten. Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert die ausbleibende Unterstützung aus den USA – so wurde etwa das Satellitensystem Starlink eingeschränkt. In der ZIB2 war am Donnerstagabend Friedensnobelpreisträgerin Olexandra Matwijtschuk zu Gast.
Dort schilderte sie die dramatische Situation in ihrer Heimat und erhob schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump.
Durch fehlende Informationen könnten noch mehr Menschen bei russischen Angriffen getötet werden, warnte sie. Betroffen seien Schulen, Krankenhäuser und zahlreiche andere Einrichtungen im ganzen Land.
Die Sicherheitslage verschlechtere sich seit Jahren, erklärte Matwijtschuk. Besonders im vergangenen Monat habe sich die Situation noch einmal zugespitzt.
"In Kiew haben wir keine Garantie, dass wir am nächsten Morgen wieder aufstehen werden", schilderte die Friedensnobelpreisträgerin die tägliche Angst vor russischen Angriffen.
Besonders scharf kritisierte sie Donald Trumps einstiges Versprechen, den Krieg innerhalb von 24 Stunden beenden zu können. "Das sind die längsten 24 Stunden in der menschlichen Geschichte", sagte Matwijtschuk in der ZIB2.
Auch die amerikanische Sanktionspolitik nahm Matwijtschuk ins Visier. Sie warf Trump vor, mit der Aufhebung von Sanktionen auf russischen Diesel den Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. "Jetzt sehen wir, dass Trump den Krieg gegen die Ukraine unterstützt", kritisierte sie.
Die Ukraine werde nicht nur mit russischen Raketen, sondern auch mit iranischen Drohnen angegriffen. Wenn nun auch die USA durch ihre Entscheidungen zur Finanzierung des Krieges beitragen würden, werde es für die Ukraine noch schwieriger, sich gegen die Angriffe zu verteidigen.