1:1! Österreich bleibt in der XXL-Länderspielpause ungeschlagen! Österreich holte am Sonntag im Kosovo durch den späten Treffer von LASK-Angreifer Christoph Lang (85.) nach Rückstand noch ein Remis und bleibt damit in der Nations League Tabellenführer und auf Aufstiegskurs.
Nachdem das ÖFB-Team den Gegner vor einer Woche in Wien beim 3:1 noch dominiert und klar besiegt hatte, wurde Teamchef Ralf Rangnick mit seinem Team von Vorgänger Franco Foda auswärts deutlich mehr gefordert.
Der Kosovo zeigte sich vor allem in Hälfte zwei stark, jubelte dank des Tores von Ex-Austrianer Fisnik Asllani (70.). Die LASK-"Joker" Lang und Vorbereiter Sasa Kalajdzic sorgten bei 600 Österreich-Fans für einen versöhnlichen Abschluss.
Hier könnt ihr die ÖFB-Stars benoten. Einfach durchklicken:
Rangnick setzte in der Startelf auf Alexander Schlager im Tor. Debütant Felix Bacher bildete mit dem zuletzt gesperrten Kevin Danso die Innenverteidigung, flankiert von Stefan Posch und Konrad Laimer. Vor dem gewohnten Mittelfeld-Duo Xaver Schlager neben Nicolas Seiwald stellte Rangnick Patrick Wimmer, Romano Schmid und Alexander Prass auf. Sturmspitze: Michael Gregoritsch.
Kosovo bot Österreich in der hart umkämpften Anfangsphase die Stirn. Nach und nach übernahmen die Gäste aber die Kontrolle und schrammten mit der ersten gefährlichen Aktion auch sogleich am Führungstreffer vorbei. Posch fand Gregoritsch mit einer Flanke, dessen Kopfball konnte Goalie Amir Saipi fangen (10.).
Wimmer und Gregoritsch konnten eine Überzahlsituation im Konter nicht lösen – dem Stürmer versprang der Ball am holprigen Rasen (18.). Nur eine Minute später: Elfer-Alarm! Prass spielte zwei Gegenspieler schwindelig, wurde vom dritten hart gestoppt. Lumbardh Dellova traf ihn am Fuß. Schiedsrichter Antonio Nobre ließ weiterspielen, der Video-Assistent meldete sich trotz großen Protests von Prass nicht (19.).
Auch Abwehr-Spieler Danso schaltete sich nach zwei starken Klärungsaktionen in der Offensive ein. Nach einem Eckball wurde der Sunderland-Profi rund drei Meter vor dem Tor abgeschossen – der Ball ging knapp drüber (31.).
Österreich war überlegen und beklagte sich erneut über die harte Gangart der Kosovaren. Gregoritsch wurde im Sechzehner von seinem Gegner umklammert und niedergerissen (36.). Wieder ging es ohne Elfmeter weiter.
Verkehrte Welt: Österreich spielte, der Kosovo schrammte aber in Minute 43 mit der besten Chance des Spiels am 1:0 vorbei. Xaver Schlager leistete sich einen haarsträubenden Fehler. Keeper und Namensvetter Alex Schlager reagierte hellwach und putzte gleich zwei Mal vor den heranstürmenden Gegnern aus.
Mit dem Pausenpfiff prüfte wiederum Gregoritsch den Keeper am anderen Ende des Feldes mit seinem zweiten gefährlichen Kopfball (45.). Das 0:0 aus der Halbzeit spiegelte den packenden Spielverlauf nicht wider.
Anders als in Dublin, wo Rangnick beim Stand von 0:2 zur Pause dreifach gewechselt hatte, schien der Deutsche mit dem Gesehenen zufrieden zu sein. Er griff personell noch nicht ein.
Das Spiel seiner Auswahl wurde aber fahriger, der Gegner immer griffiger und so setzte der Kosovo Österreich nach dem Seitenwechsel erstmals unter Druck. Die Hausherren sprachen in Form eines Abseitstores (50.) eine deutliche Warnung aus. Schlager musste zudem zwei Weitschüsse entschärfen (50., 53.). Die größte Chance hielt der Keeper nach einem Kopfball aus kürzester Distanz (55.). Das ÖFB-Team hing in den Seilen.
Die logische Folge: Rangnick griff durch. Marco Grüll, Christoph Lang und Sasa Kalajdzic sollten den Angriff beleben (62.). Stattdessen bewies Foda ein glückliches Händchen. Er brachte mit Ex-Austrianer Fisnik Asllani und Milot Rashica ebenfalls zwei neue Offensive, nur vier Minuten später klingelte es.
Edon Zhegrova setzte sich über die rechte Seite stark durch, legte in den Rückraum ab – Asllani traf Österreich mit dem 1:0 mitten ins Herz (70.).
Und die Foda-Elf blieb am Drücker. Der andere Joker, Rashica, war der österreichischen Abwehr zu schnell, traf mit einem scharfen Weitschuss die Stange (73). Bacher stieg über den Ball, anstatt zu klären, ermöglichte so den Nachschuss – diesen parierte Schlager wieder exzellent.
Dann die große Erleichterung. Nachdem der erste Schock verdaut war, sorgten auch auf rot-weiß-roter Seite die frischen Kräfte für Jubel. Das LASK-Duo schlug wie schon im Hinspiel zu. Kalajdzic bereitete vor, Lang glich mit einem wuchtigen Kopfball aus (85.).
Es war der neunte verschiedene Torschütze beim neunten Treffer in der Nations League. In der Vorwoche hatte Lang noch Kalajdzic bedient, der sich nun revanchierte.
Die verbleibenden beiden Gruppenspiele: Österreich empfängt Irland am 14. November in Linz. Das abschließende Auswärtsspiel gegen Israel steigt auf neutralem Boden im ungarischen Debrecen am 17. November.