Ein mutmaßlicher Missbrauchsskandal erschüttert die schottische Polizei. Ein Beamter aus Glasgow soll über viele Jahre hinweg Frauen sexuell angegriffen haben, denen er zuvor im Dienst begegnet war.
Nach einem Bericht der BBC reicht der erste bekannte Fall bis ins Jahr 2012 zurück. Damals hatte eine Frau die Polizei verständigt, um eine Straftat anzuzeigen. Mehrere Beamte nahmen ihre Aussage in ihrer Wohnung auf und verließen diese wieder. Einige Stunden später soll der Polizist alleine zurückgekehrt sein und die Frau vergewaltigt haben.
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Ende des vergangenen Jahres erstattete die Betroffene Anzeige. Dadurch wurde laut BBC eine der größten Antikorruptionsermittlungen in Schottland ausgelöst.
Im Zuge der Ermittlungen identifizierte die Polizei bisher acht weitere mutmaßliche Opfer, darunter fünf Sexarbeiterinnen. Den Ermittlern zufolge sollen die Frauen außerhalb des Dienstes angegriffen worden sein. Außerdem ergaben die Untersuchungen, dass der Beamte während seiner Polizeilaufbahn Kontakt zu Hunderten Sexarbeiterinnen gehabt haben soll.
Die stellvertretende Polizeichefin Lynn Ratcliff bezeichnete die bisherigen Ermittlungsergebnisse sinngemäß als erschütternd. Nach ihren Angaben habe der Mann seine dienstliche Stellung missbraucht und gezielt Frauen angesprochen, denen er zuvor als Polizist begegnet war.
Nach der Anzeige leitete Police Scotland interne Ermittlungen ein. Den Erkenntnissen zufolge soll der Beamte versucht haben, selbst nachzuvollziehen, ob gegen ihn Strafanzeigen vorlagen.
Im April durchsuchten Ermittler seine Wohnung. Dabei wurden auf Mobiltelefonen und einem Laptop laut BBC Bilder und Videos von Gewalttaten sichergestellt. Der Polizist wurde festgenommen und suspendiert, kam bis zum Abschluss der Ermittlungen jedoch wieder auf freien Fuß.
Der 38-Jährige war 17 Jahre lang bei Police Scotland tätig. Anfang Mai suchten Beamte ihn erneut auf. Kurz darauf beging er Suizid. Laut BBC wussten weder seine Familie noch seine Kollegen von den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.