In der Ukraine haben sich acht große Medienhäuser über ein gerichtliches Verbot hinweggesetzt und am Freitag über Korruptionsvorwürfe im Umfeld des Direktors der Ermittlungsbehörde SBI berichtet.
"Wir betrachten dieses Verbot als einen eklatanten Akt der Zensur", erklärte das Medienhaus Suspilne, das an der Veröffentlichung beteiligt war. Deshalb sei es nötig, "zusammen mit anderen die Ergebnisse der Recherche herauszugeben".
Die Investigativplattform "Slidstvo.Info" und die Anti-Korruptions-Organisation Antac haben zu Immobiliengeschäften des Bruders von SBI-Chef Oleksyj Suchatschow recherchiert. Er soll 143 Immobilien gekauft haben.
Die Behörde von Suchatschow ist unter anderem für die Strafverfolgung von Richtern und Militärangehörigen zuständig. Anfang Juli hat ein Gericht die Veröffentlichung der Vorwürfe untersagt.
Die Richter begründeten das damit, dass die Herausgabe des Materials Suchatschow und den beteiligten Unternehmen irreparablen Schaden zufügen würde.
Das Komitee zum Schutz von Journalisten hat daraufhin von einem "beispiellosen juristischen Manöver" gesprochen, das "schwerwiegende Folgen für die Pressefreiheit" haben könnte.
Bei den Bemühungen der Ukraine um einen EU-Beitritt ist die im Land weit verbreitete Korruption eines der größten Hindernisse. In den letzten Jahren haben zahlreiche Korruptionsskandale das Land erschüttert.