Offenbar braucht der Entbürokratisierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn (NEOS) Hilfe auf seinem Gebiet – und diese lässt er sich einiges kosten. Wie "Heute" berichtete, wurden bisher nur 14 von den 160 angekündigten Entbürokratisierungs-Maßnahmen Schellhorns umgesetzt worden.
Nun soll ihm die EcoAustria durch eine Studie neue Denkanstöße liefern – für den stolzen Preis von 15.467,67 Euro, enthüllte ein "Heute"-Bericht. Bereits am 2. Februar 2026 beauftragte das Außenministerium, in dem Schellhorn angesiedelt ist, das Wirtschaftsforschungsinstitut damit. Gegenüber "Heute" hieß es, dass Schellhorn "auf externe wissenschaftliche Expertise" setzen wolle, um zu sehen, "wo Bürokratie Bürgerinnen, Bürger und Betriebe besonders belastet". Im Juni 2026 soll dann ein zweites Bürokratie-Abbau-Paket vorgelegt werden.
Dass der NEOS-Politiker dafür Steuergeld verwendet, stößt vor allem der FPÖ sauer auf. Der blaue Generalsekretär Michael Schnedlitz bezeichnete Schellhorn als "politischen Hochstapler" und forderte seinen Rücktritt. Des Weiteren betonte der Freiheitliche, dass bereits über eine zuständige Servicestelle – dabei handelt es sich um die SEDA (Servicestelle für Entbürokratisierungs- und Deregulierungsanliegen, Anm.) – rund 4.700 Ideen zur Entbürokratisierung aus der Bevölkerung gesammelt wurden. Diese scheinen dem Staatssekretär offenbar nicht auszureichen.
Zudem störte sich Schnedlitz daran, dass Schellhorn nicht selbst offengelegt habe, dass er die EcoAustria mit der Studie beauftragt hatte. Ans Licht gekommen sei die Causa durch eine parlamentarische Anfragebeantwortung. Für den Blauen sei damit "eine Grenze überschritten".
Laut dem FPÖ-General sei bereits das erste Paket Schellhorns "ein einziger Flop" gewesen und nun sei auch noch ans Licht gekommen, dass der Staatssekretär "nicht einmal seine eigene Kernaufgabe selbst erledigt, sondern sich die Ideen um 15.500 Euro extern einkaufen lässt", tobte Schnedlitz. Für ihn sei es dreist, dass "ein Staatssekretär, der rund 20.000 Euro brutto im Monat kassiert" nichts zustande bringe, außer seine Unterschrift unter fremde Konzepte zu setzen.
Des Weiteren prangerte der Freiheitliche an, dass die Leiterin von EcoAustria zugleich als Beraterin im Entbürokratisierungs-Beirat des Staatssekretärs geführt wird. Diese Tätigkeit würde sie "ehrenamtlich" ausführen, so der Sprecher von Schellhorn – die Beauftragung sei an EcoAustria als Institution erfolgt.
Dies schien Schnedlitz jedoch nicht zu beruhigen. Der FPÖ-General ortete "Freunderlwirtschaft" innerhalb der Regierung. "Da bestellt man eine vom Steuerzahler bezahlte Studie ausgerechnet dort, wo die eigene Beraterin an der Spitze steht", so der Blaue. Ihm zufolge sei diese Optik "verheerend".
Abschließend fasste der FPÖ-General zusammen, dass Schellhorn "nach der Audi-Affäre, dem geschmacklosen NS-Vergleich" und den neuesten Enthüllungen rund um die Beauftragung der Studie nun "endgültig rücktrittsreif" sei. Zudem forderte Schnedlitz NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger und Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) zum Handeln auf. Es müsse endlich eingegriffen werden, meinte der FPÖ-General.