113 von 160 angekündigten Entbürokratisierungs-Maßnahmen hat die Bundesregierung im Dezember beschlossen. Zuletzt waren – wie berichtet – 14 davon umgesetzt. Der zuständige Staatssekretär Sepp Schellhorn ging sogleich in die Offensive und kündigte via "Presse" ein zweites Bürokratie-Abbau-Paket an, das er noch vor dem Sommer vorlegen will.
Doch wer liefert dem Neos-Politiker die Ideen dafür? Eine aktuelle Anfragebeantwortung an das Parlament liefert Aufschlüsse. Am 2. Februar 2026 beauftragte das Außenministerium, in dem Schellhorn angesiedelt ist, nämlich eine Studie beim Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria. Titel: "Erhebung der Bürokratiebelastung sowie von Deregulierungspotenzialen in Österreich". Kosten für die Einspar-Studie: exakt 15.467,67 Euro.
Zwar sind bei der SEDA (Servicestelle für Entbürokratisierungs- und Deregulierungsanliegen, Anm.) von Bevölkerung und Wirtschaft rund 4.700 Ideen eingegangen, aber das ist offenbar nicht genug. Der Staatssekretär setze "neben den Tausenden SEDA-Einmeldungen bewusst auch auf externe wissenschaftliche Expertise, um schwarz auf weiß zu sehen, wo Bürokratie Bürgerinnen, Bürger und Betriebe besonders belastet", teilt Schellhorns Sprecher "Heute" auf Anfrage mit.
Die Fertigstellung des Expertenpapiers ist für Juni 2026 geplant. Die Ergebnisse der Studie werden nach Abschluss kostenfrei öffentlich zugänglich gemacht. "Die EcoAustria-Erhebung dient als wissenschaftliche Grundlage anhand der SEDA-Einmeldungen für den im Regierungsprogramm vorgesehenen Entbürokratisierungsbericht. Analysiert wird darüber hinaus, wo konkrete Deregulierungspotenziale mit positiven Auswirkungen auf die Volkswirtschaft existieren", erläutert das Büro des Staatssekretärs.
Ebendieses sei mit zehn Mitarbeitern auch "das kleinste und günstigste Kabinett der gesamten Bundesregierung", hält man fest. Schellhorn sei innerhalb der Bundesregierung "dezidiert für Entbürokratisierung und Deregulierung zuständig", darüber hinaus arbeite er auch als Neos-Verhandler beim abgeschlossenen Stabilitätspakt, Budgets, Fördertaskforce, Reformpartnerschaft und Digitalisierung mit: "Kein anderes Regierungsmitglied deckt ein vergleichbares Spektrum ab."
Interessanter Aspekt am Rande: EcoAustria wird von Monika Köppl-Turyna geleitet. Sie ist laut ihrem Lebenslauf auch im "Beirat zur Entbürokratisierung und Deregulierung" Schellhorns tätig und firmiert auf der EcoAustria-Website als "Beraterin des Staatssekretärs".
Die Tätigkeit im Beirat übe sie "ehrenamtlich" aus, lässt Schellhorns Sprecher auf Anfrage wissen. Nachsatz: "Die Studienbeauftragung erfolgte an EcoAustria als Institution."