Brief an Brüssel

Medikamenten-Engpässe – Minister fordern jetzt EU-Plan

Antibiotika-Produktion in Europa soll gestärkt werden, um die Versorgung zu sichern. Ministerin Schumann & Minister Hattmannsdorfer starten Offensive.
Angela Sellner
29.05.2026, 17:54
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Österreich macht in Brüssel Druck: Gesundheits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) und Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) fordern von der EU-Kommission einen eigenen europäischen Antibiotika-Plan.

Das Ziel: Europa soll bei lebenswichtigen Medikamenten unabhängiger werden. Die Produktion von Antibiotika und Wirkstoffen soll wieder stärker in Europa stattfinden. So sollen Engpässe verhindert und die Versorgung der Menschen langfristig abgesichert werden.

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"Die sichere Versorgung mit Antibiotika ist eine zentrale Voraussetzung für ein funktionierendes Gesundheitssystem", sagt Schumann. Europa dürfe sich bei kritischen Arzneimitteln nicht weiter in Abhängigkeiten begeben.

Gemeinsame Offensive: SP-Gesundheitsministerin Schumann, VP-Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer.
Helmut Graf
„Europa braucht jetzt entschlossenes und koordiniertes Handeln. Die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten darf nicht vom Weltmarkt oder geopolitischen Krisen abhängig sein.“
Korinna Schumann, Wolfgang HattmannsdorferGesundheitsministerin (SPÖ), Wirtschaftsminister (ÖVP)

Auch Hattmannsdorfer sieht das Thema als Frage der Sicherheit und Industriepolitik. "Europa darf bei lebenswichtigen Medikamenten nicht von Lieferketten abhängig sein, die wir nicht kontrollieren", betont der Wirtschaftsminister.

Schreiben an EU-Kommissare

In einem Schreiben an die EU-Kommission fordern die beiden Minister unter anderem gezielte Investitionen in wichtige Produktionsprojekte, mehr europäische Mittel für Antibiotika- und Wirkstoffproduktion sowie eine stärkere Berücksichtigung europäischer Standorte bei öffentlichen Vergaben.

Das Schreiben ging an EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné und Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi. Hintergrund sind Engpässe bei wichtigen Medikamenten und wachsende geopolitische Unsicherheiten.

Österreich verweist dabei auch auf den Standort Kundl in Tirol. Dort unterstützt das Wirtschaftsministerium Investitionen von Sandoz in die Antibiotikaproduktion mit rund 50 Millionen Euro. Ein Teil davon wurde bereits ausbezahlt.

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