Konkursverfahren in Kitzbühel

2 Räder, Tennisschläger, PC – was Grasser noch besitzt

Im Privatkonkurs von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser stehen Forderungen von rund 36 Millionen Euro im Raum – wie es jetzt weitergeht.
André Wilding
14.04.2026, 08:36
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Am Bezirksgericht Kitzbühel wird es am Dienstag ernst im Insolvenzverfahren rund um Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Bei der Prüfungstagsatzung dreht sich alles um die offenen Forderungen und die nächsten Schritte im Verfahren.

Insgesamt haben acht Gläubiger Ansprüche von mehr als 35,6 Millionen Euro angemeldet. Der Insolvenzverwalter hat davon laut Angaben rund 23,1 Millionen als berechtigt eingestuft.

Grasser kann "nichts beitragen"

Für die Gläubiger geht es dabei um eine "wesentliche Richtungsentscheidung": Wird die Republik dem von Grasser vorgeschlagenen Zahlungsplan zustimmen? Diese Frage steht im Raum, auch wenn darüber noch nicht entschieden wird.

Karl-Heinz Grasser selbst wird bei dem Termin nicht vor Ort sein. Sein Anwalt hatte bereits zuvor klargestellt, dass der 57-Jährige bei der Verhandlung "nichts beitragen" könne und daher vertreten wird.

Am Dienstag geht es zunächst ausschließlich um die Prüfung der Forderungen. Eine Abstimmung über den Zahlungsplan ist noch nicht vorgesehen. Dafür muss zuerst das gesamte Vermögen verwertet werden.

Uhren, Fahrräder, Tennisschläger

Genau hier liegt ein Knackpunkt: Der Insolvenzverwalter vermutet weiteres Vermögen auf einem Konto in Liechtenstein. Dieses wurde jedoch im Zuge eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts der Geldwäsche "beschlagnahmt". Nun wird versucht, darauf Zugriff zu bekommen.

Bisher wurden verwertbare Vermögenswerte von rund 200.000 Euro festgestellt. Ursprünglich hatte Grasser selbst seine Aktiva mit etwa 300.000 Euro angegeben. In einer handschriftlich verfassten Erklärung hat der ehemalige Finanzminister jedenfalls angegeben, dass er nicht mehr wirklich viel besitzt – darüber berichtet am Dienstag das Ö1-Morgenjournal.

Das von Grasser ausgefüllte Formular weist den ehemaligen Finanzminister als mehr oder weniger mittellos aus. Was er laut Liste besitzt: mehrere Uhren (Anm. eine davon soll er bereits um 25.000 Euro verkauft haben), zwei Fahrräder, Tennisschläger, Fotoapparat sowie einige elektronische Geräte – Smartphone, Tablet und einen PC.

270.000 Euro Darlehen von Gattin

Dieser vor einem Jahr von Grasser verfassten Vermögenserklärung ist zu entnehmen, dass er Schulden bei seinem Anwalt in der Höhe von rund 35.000 Euro hat.  Darüber hinaus hat er ein Darlehen seiner Gattin in Höhe von 270.000 Euro erhalten, heißt es im ORF-Bericht weiter.

Mehr als 35,6 Millionen Euro an Forderungen wurden von acht Gläubigern angemeldet – Hauptgläubigerin ist die Republik Österreich. Es sei davon auszugehen, dass über 23,1 Millionen Euro anerkannt werden.

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