Die Aufregung um das neue Abhebelimit von 200 Euro pro Behebung bei Bankomaten war groß. Jetzt ist klar, wen die Änderung tatsächlich trifft, warum das so ist und was künftig gilt.
Betroffen sind demnach Geldautomaten der privaten Dienstleister Euronet und Fiserv. Die betreiben in Österreich dem Vernehmen nach gut 2.000 Geräte – etwa in Supermärkten, an Tankstellen, in Gemeinden oder, im Fall von Euronet, auch für die Post-Tochter bank99. Anders als bei den von Banken selbst betreuten Geräten wird hier pro Transaktion abgerechnet.
Laut "Salzburger Nachrichten" hat Alexander Gradl-Noll, Chef von Euronet in Österreich, die Maßnahme bestätigt. Für zwei Behebungen gebe es zweimal Gebühr, allerdings zahle die nicht der Bankkunde. Hintergrund ist demnach, dass in Österreich die Debitkarte von Mastercard und Visa eingeführt wurde. Die Unternehmen hätten aber in ihrer Bestimmung, dass nicht der Kunde für die Transaktionen zahlen dürfe.
Euronet dürfte deshalb, anders als früher, keine Gebühr mehr von Kunden einheben, sondern werde von Mastercard und Visa bezahlt, heißt es. Genaue Summen dürfe man laut Gradl-Noll nicht nennen, es seien aber an die 40 Cent pro Transaktion. Weil das seit Jahren nicht mehr angehoben wurde, habe man entschieden, das Limit auf 200 Euro zu senken.
Seitens Fiserv gibt es keine offizielle Erklärung. Gegenüber "Heute" hat die Kunden-Hotline allerdings eine entsprechende Anpassung bestätigt. Demnach habe man mit Anfang Juli begonnen, die Automaten auf ein 200-Euro-Limit umzustellen.
Für Kunden wichtig zu wissen: Das Abhebelimit am eigenen Konto ändert sich dadurch nicht. Dieses wird weiterhin von der jeweiligen Hausbank festgelegt und beträgt in Österreich in der Regel 400 Euro pro Tag. Wer also bei einem der betroffenen Automaten das volle Kontingent von 400 Euro ausschöpfen möchte, muss künftig den Vorgang doppelt durchführen.
Heißer Tipp: Wer mehr benötigt, kann die Foyer-Automaten seiner Hausbank, benutzen. Dort gibt es im Normalfall deutlich mehr Geld als an den klassischen Bankomaten.
In einer Stellungnahme hat auch die Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer beruhigt. Bei Bankomaten österreichischer Banken bleibe das seit Euro-Einführung etablierte Abhebelimit von mindestens 400 Euro aufrecht. Eine Anpassung dieses Standards sei, so Geschäftsführerin Eva Landrichtinger, derzeit nicht geplant.