Mit 1. Juli wurde die Umsatzsteuer auf bestimmte Grundnahrungsmittel von zehn auf 4,9 Prozent gesenkt. Ob die Ersparnis tatsächlich bei den Konsumenten landet, hat die Arbeiterkammer Wien nun überprüft.
Für die Erhebung verglich die AK die Verkaufspreise von 78 bis 95 Grundnahrungsmitteln bei Billa.at, Interspar.at, Spar.at, Hofer, Lidl, Penny und Billa Plus. Erfasst wurden die Preise zwischen 6. und 13. Mai – also vor der Steuersenkung – sowie zwischen 6. und 14. Juli nach deren Inkrafttreten. Sonderangebote und Rabattaktionen flossen nicht in die Auswertung ein.
Je nach Händler fiel der Warenkorb im Juli deutlich günstiger aus. Die größte Ersparnis verzeichnete Lidl mit minus 8,7 Prozent, gefolgt von Hofer (-7,3 Prozent) und Billa.at (-7,1 Prozent). Bei Penny lag die Ersparnis bei 6,1 Prozent, bei Billa Plus bei -5,7 Prozent, bei Interspar.at bei -5,0 Prozent und bei Spar.at bei -3,8 Prozent.
Die Fachleute der Arbeiterkammer weisen allerdings darauf hin, dass diese Unterschiede nicht nur auf die niedrigere Umsatzsteuer zurückzuführen sind, sondern auch auf zwischenzeitliche Preisänderungen einzelner Produkte.
Unterm Strich zieht die AK ein positives Fazit. Die befürchtete Situation, dass der Handel die Steuersenkung einbehält, sei bei keinem einzigen der geprüften Händler eingetreten. Im Klartext: Alle untersuchten Supermärkte und Diskonter haben die Steuersenkung bei den erhobenen Produkten vollständig an ihre Kunden weitergegeben.