OGH kappt Millionenklage

200 Rubbel-Spieler "knackten" Jackpot – gehen leer aus

Beim Rubbellos "1 Jahr Weihnachten!" rechneten wegen einer unklaren Formulierung gleich 200 Spieler mit dem Hauptgewinn – bekommen nun aber nichts.
Christian Tomsits
04.03.2026, 21:21
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Gleich 200 Glücksritter hätten sich wegen einer unvollständigen Spielerklärung bereits als Gewinner des Weihnachtsloses "1 Jahr Weihnachten" gewähnt und auf den Hauptgewinn von 60.000 Euro gehofft.

Beim Rubbellos, von dem zum Jahreswechsel 2023/24 rund 1,2 Millionen Stück um je 3 Euro verkauft worden waren, hieß es in der Beschreibung: "Finden Sie 3 x das Geldschein-Symbol '5000', gewinnen Sie EUR 5.000,- monatlich, 1 Jahr lang!" Was fehlte, war der Zusatz ("pro Spiel"), um unmissverständlich klarzumachen, dass das 5000er-Symbol drei Mal in einem (!) Spiel und nicht summiert über beide aufgedruckte Spiele gefunden werden muss.

Ein Mann, der gleich sechsmal den Hauptgewinn aufgerubbelt haben will, bekam vor dem Handelsgericht Wien sogar Recht, ehe das Oberlandesgericht anders entschied. Für die Lotterien wäre bei 200 Gewinnern oder bei noch großzügiger Auslegung vielleicht sogar Zehntausende Gewinner ein Schaden von 12 Millionen Euro bis zu mehreren Milliarden erstanden.

Der OGH schloss die Causa nun endgültig mit einem Entscheid, der in gehobener Juristensprache in etwa "Pech gehabt" aussagt. "Der verständige und redliche Durchschnittsspieler" könne die Spielbedingungen nur so verstehen, dass drei gleiche Symbole innerhalb eines einzelnen Spiels gemeint gewesen wären, auch wenn die Worte "pro Spiel" auf dem Los fehlten.

Anwalt Philipp Springer beobachtete die Entscheidung in diesem Fall ganz genau, kommentierte sie für "Heute".
privat

"Kein Ass im Ärmel"

Der auf Vertragsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Philipp Springer kratzt gegenüber "Heute" nun in den Wunden der abgeblitzten Glücksritter. "Hier wurde offenbar auf einen juristischen Jackpot spekuliert – ohne echtes Ass im Ärmel." Die Sache sei von Anfang an aussichtslos gewesen. "Ich verstehe nicht, warum man diese Klagslawine überhaupt losgetreten hat." Glück gehabt, dürften sich hingegen die Vertreter der Österreichischen Lotterien denken.

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