Amerlinghaus sammelt Spenden

200.000 Euro fehlen – Kulturzentrum vor dem Aus

Wegen Sparmaßnahmen der Stadt fehlt das Geld, der Betrieb könnte bald eingestellt werden. Das Amerlinghaus kämpft nun ums Überleben.
Hannah  Maier
11.02.2026, 08:25
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Seit 50 Jahren setzt das Amerlinghaus im 7. Bezirk Bildungsprojekte um, schafft Angebote für verschiedene Zielgruppen und dient als Ort für freie Kunst- und Kulturarbeit. Doch nun droht dem Kulturzentrum das Aus. Der Grund: Sparmaßnahmen der Stadt Wien.

Die Fördersumme beträgt für dieses Jahr 135.000 Euro. "Das sind rund 200.000 Euro weniger als das notwendige Budget um unseren Minimalstock an Personal und Grundkosten für das laufende Jahr abzudecken", teilt das Kulturzentrum mit. Dazu kommt: Die Förderung der Stadt wird vorraussichtlich erst Ende März ausbezahlt, somit ist man bereits jetzt in Schwierigkeiten, die laufenden Kosten zu decken.

Schließung bis Ende März steht im Raum

Die Folgen sind weitreichend: Das Amerlinghaus muss unter diesen Voraussetzungen den Betrieb mit Ende März einstellen und das Personal entlassen. Vier Mitarbieter sind betroffen, eine Kollegin wurde bereits entlassen, bestätigt Sîdal K., seit Juni 2025 im Amerlinghaus angestellt. "Von der Förderung wurden bisher vor allem Personalkosten, Hauserhaltungskosten sowie Material- und Energiekosten bezahlt", erzählt sie.

Spendenaufruf gestartet

Doch das Kulturzentrum möchte nicht aufgeben und hat nun einen Spendenaufruf gestartet. 200.000 Euro brauche man, um Zeit zu gewinnen und eine langfristige Lösung zu finden, um die Existenz des Hauses sichern zu können. "Das ist die Lücke, die sich durch die Kürzungen aufgetan hat und das Geld, das wir benötigen, um den Betrieb zumindest vorerst erhalten zu können", sagt Sîdal.

Spendenkonto:

Verein Kulturzentrum Spittelberg
IBAN AT551400001510665534
BIC BAWAATWW
Zweck: Spende

"Zwischen Hoffnung und Unsicherheit"

Insgesamt sind bisher 15.000 Euro zusammengekommen. Im Kulturzentrum sei man derzeit "hin- und hergerissen zwischen Optimismus, Hoffnung und Unsicherheit." Unterstützung gibt es etwa von der Arena und der ÖH Wien, die über Veranstaltungen Geld für das Kulturzentrum sammeln.

Zusätzlich möchte das Amerlinghaus in Zukunft selbst Einnahmen über Veranstaltungen generieren. "In der Vergangenheit hatten wir Protestaktionen. Nun möchten wir unsere Basis stärken, die Leute zusammen bringen und die Stimmung aungeben. Das ist unser neues Ziel", so Sîdal.

Wiener Grüne üben Kritik

"Nach 50 Jahren steht das bedeutende Kultur- und Sozialzentrum vor dem Aus. SPÖ und Neos treiben den größten Sozialabbau in der Geschichte Wiens weiter voran und bedrohen damit auch die freie, alternative Szene massiv“, kritisiert Judith Pühringer, Parteivorsitzende Grüne Wien, die Kürzung. Die Projekte der Amerlinghauses seien wichtige Kernelemente einer demokratischen Stadtkultur – Kürzungen in diesem bereich würden diese massiv bedrogen, wie Ursula Berner, Kultursprecherin der Wiener Grünen findet: "Eine Kürzung der städtischen Förderung ist in dieser Form nicht nachvollziehbar und verantwortungslos."

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