Hellweg hat Bau- und Gartenmärkte, einen Einzelhandel mit Baustoffen und zusätzlich einen Online-Shop. Das Problem: Über die deutsche Muttergesellschaft wurde Mitte Juni ein Sanierungsverfahren eröffnet. Die Gründe: teurere Mieten und höhere Einkaufspreise sowie inflationsbedingte Kostensteigerungen und dazu Kaufzurückhaltung.
Die bittere Folge für die österreichische Tochter mit der Zentrale in Linz: rund 23,9 Mio. Euro Schulden. Auf der Habenseite wird ein Vermögen von etwa 20,8 Mio. angeführt. Von der Misere betroffen: 165 Beschäftigte und 280 Gläubiger.
Für die Misere in Österreich macht Hellweg gestiegene Miet- und Betriebskosten und ebenfalls Kaufzurückhaltung verantwortlich. Weitere Ursachen: die allgemein schwierige geopolitische Lage und die anhaltende Inflation. Was die Lage zusätzlich verschärft: Der in Corona-Zeiten gewachsene Do-it-yourself-Sektor sei gesättigt habe zuletzt nicht mehr zugelegt.
Das österreichische Sanierungsverfahren hat das Ziel, den Betrieb fortzuführen. Die sechs Bau- und Gartenmärkte in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark sollen zukunftsfit aufgestellt werden. Eine Analyse aller Geschäftsbereiche auf ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ist geplant.
Das Unternehmen, das seine Standorte seit 1994 unter dem Namen "Baufreund" führt, ist um Beruhigung bemüht: Kundenkarten und Rabatte würden ihre Gültigkeit behalten, heißt es. Laut KSV und AKV soll der Betrieb aus derzeitiger Sicht fortgeführt werden.