Der Einzelhändler Depot steckt erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Nach dem zweiten Insolvenzantrag im Mai schließt die bekannte Deko-Kette nun 66 Filialen in Deutschland.
Geschäfte in zahlreichen deutschen Großstädten sind betroffen, darunter Berlin, Hamburg, München, Stuttgart, Bremen und Leipzig. Die meisten Filialen sollen nach dem laufenden Räumungsverkauf bis Ende Juli dicht machen, einige sind bereits geschlossen.
"Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind", erklärt Depot-Geschäftsführer Christian Gries, wie NTV berichtet. Rund 330 Beschäftigte verlieren dadurch ihren Arbeitsplatz.
Gute Nachrichten für heimische Kunden: Die rund 30 verbliebenen Depot-Filialen in Österreich stehen nicht auf der aktuellen Schließungsliste. Hierzulande wurde das Filialnetz bereits nach der Insolvenz im Jahr 2024 deutlich ausgedünnt.
Als Gründe für die Pleite nennt Gries die Zölle, die wachsende Online-Konkurrenz durch Plattformen wie Temu und die Kaufzurückhaltung der Konsumenten. "Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise", so der Geschäftsführer.
Depot betrieb vor wenigen Jahren noch rund 400 Geschäfte. Nach der ersten Insolvenz 2024 schrumpfte das Netz auf etwa 150 Filialen. Nach den aktuellen Schließungen bleiben in Deutschland nur noch gut 80 Standorte übrig. Es könnten jedoch noch mehr werden, da die Verhandlungen mit den Vermietern noch laufen.
Die Deko-Kette ist kein Einzelfall: Der Non-Food-Discounter Mäc Geiz und die Baumarktkette Hellweg haben kürzlich ebenfalls Insolvenz angemeldet. Laut Ifo-Institut fürchtet mittlerweile jeder sechste Händler in Deutschland um seine Existenz.