Der nächste bekannte Händler steckt in der Krise: Hellweg Österreich hat am Montag beim Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen ist die "Hellweg Die Profi-Baumärkte GmbH" mit Sitz in Linz.
Das Unternehmen betreibt sechs Bau- und Gartenmärkte in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark. Insgesamt 165 Mitarbeiter sind beschäftigt. Für sie beginnt jetzt eine ungewisse Zeit.
Für Kunden soll sich vorerst nichts ändern. Laut dem Unternehmen läuft der Betrieb weiter, alle Standorte bleiben geöffnet. Auch Kundenkarten, Rabatte und laufende Aktionen behalten ihre Gültigkeit.
Als Gründe für die finanzielle Schieflage nennt Hellweg die schwache Konsumnachfrage, internationale Krisen, Probleme bei Lieferketten sowie gestiegene Miet- und Betriebskosten. Mit dem Verfahren will sich das Unternehmen neu aufstellen.
Im Zuge der Sanierung sollen nun alle Geschäftsbereiche überprüft werden. Auch die Standorte kommen auf den Prüfstand. Ein Sanierungsverwalter überwacht das Verfahren und vertritt die Interessen der Gläubiger.
Die Gewerkschaft GPA warnt die Beschäftigten unterdessen davor, sich unter Druck setzen zu lassen: "Unterschreiben Sie nichts ungeprüft", appelliert OÖ-Geschäftsführer Wolfgang Gerstmayer. Wer Unterlagen vorgelegt bekommt, solle sich zuerst vom Betriebsrat oder der Gewerkschaft beraten lassen. Sonst könnten möglicherweise Ansprüche verlorengehen.
Die Sicherung der Arbeitsplätze muss jetzt oberste Priorität haben. Gemeinsam mit dem Betriebsrat werden wir alles daransetzen, den Beschäftigten in dieser schwierigen Situation den Rücken zu stärken", betont Gerstmayer. Für offene Ansprüche aus der Zeit vor der Verfahrenseröffnung soll der Insolvenz-Entgelt-Fonds einspringen."
Hellweg ist seit 1994 in Österreich vertreten. Die heutigen Standorte gehen auf die frühere Marke "Baufreund" zurück. Die Märkte in Österreich gehören zur Hellweg-Gruppe mit Sitz in Dortmund. Diese hatte – "Heute" berichtete – erst vor zwei Wochen selbst Insolvenz beantragt.