Essen bestellen, so viel man will – genau daraus macht der britische Fitness-Influencer Joe Fazer eine Challenge. Auf einem 13-Stunden-Flug von Toronto nach Abu Dhabi wollte der 24-Jährige in der First Class von Etihad insgesamt 10.000 Kalorien verdrücken. Das entspricht in etwa dem Energiebedarf eines Erwachsenen für vier bis fünf Tage.
Warum er das macht? Einfach nur zum Spaß. Ein Spaß, der 25.000 Dollar kostet! Dafür bekommt Fazer nicht bloß einen Sitzplatz, sondern gleich drei eigene Räume: Wohnzimmer, Schlafzimmer und Badezimmer. Und das Wichtigste: Essen und Trinken ohne Limit!
Schon beim Check-in beginnt das Ganze leicht schräg. Fazer erscheint in Sportpulli und weiter Hose. Sein persönlicher Butler James hält ihn zunächst offenbar nicht für den Residence-Gast. Die Irritation ist ihm kurz anzumerken – bis Fazer erklärt, dass genau er der Passagier für die Luxussuite ist.
James begleitet ihn in die Private Lounge. Zwei Stunden verbringen die beiden dort gemeinsam, plaudern und lachen, während Fazer auf seinen Flug wartet.
"Vielleicht wird er dafür bezahlt, über meine Witze zu lachen", witzelt Fazer selbstironisch, "aber ich will glauben, dass wir eine gute Zeit hatten." Sein Urteil über James fällt jedenfalls eindeutig aus: "Eine absolute Legende."
An Bord wird Fazer von seiner persönlichen Flugbegleiterin mit einem freundlichen "Hello, Mr. Joseph" begrüßt. Für seinen Essens-Marathon braucht er nun noch eine glaubwürdige Geschichte.
Er kündigt deshalb an: "Ich esse gern und viel. Sie haben vermutlich noch nie so einen guten Esser wie mich gesehen." Außerdem mache er gerade "Powerlifting" und müsse entsprechend viel essen. Die Flugbegleiterin lächelt nur: "Ja. Ich habe auf Instagram nachgesehen."
Damit ist Fazers Tarnung zwar nicht ganz so raffiniert wie gedacht, seinen eigentlichen 10.000-Kalorien-Plan behält er aber weiter für sich.
"Kann ich auch mehrere Menüs gleichzeitig bestellen?", fragt Fazer – und schon 20 Minuten ist sein Tisch reich gedeckt: Eine doppelte Portion Rinderfilet mit Erdäpfelpüree, doppelt Pasta, Kaviar, Brot, Omelette, Cheesecake und Käse. Dazu gibt es Rotwein und Champagner.
Der erste Gang:
■ Doppelte Portion Rinderfilet mit Kartoffelpüree (1046 Kalorien)
■ Doppelte Portion Pasta (750 Kalorien)
■ Kaviar, Brot, Cracker und Omelette (ca. 400 Kalorien)
■ Brötchen (241 Kalorien)
■ New-York-Cheesecake (402 Kalorien)
■ Käse, Rotwein und Champagner (ca. 200 Kalorien)
Nach der ersten großen Runde hat der Influencer laut eigener Rechnung bereits mehr als 3.500 Kalorien intus. Weil ihm der Käse nicht schmeckt, bestellt er kurzerhand noch zweimal Dessert.
Schokolade und Süßigkeiten treiben den Zähler weiter nach oben. Einige Stunden später folgen Quesadillas mit Huhn und Garnelen (807 Kalorien), Cookies (598 Kalorien) und Eis (775 Kalorien).
Doch langsam rächt sich die Menge. Fazer kämpft mit seinem vollen Bauch und braucht eine Pause. Noch schlimmer für seine Challenge: Er schläft während des Fluges ein – und verliert dadurch mehrere Stunden, in denen er eigentlich weiteressen wollte.
Im Endspurt muss deshalb Tempo her. Ein Hühner-Sandwich, Cheesecake, Gebäck, Chips und Coca-Cola bringen ihn auf rund 8.380 Kalorien. Zu diesem Zeitpunkt bleiben nur noch rund eineinhalb Stunden bis zur Landung.
Fazer bestellt noch einmal groß: Steak mit Pommes, Cheesecake, Baklava sowie weitere Getränke sollen die fehlenden Kalorien liefern.
Doch dann macht ihm die Landung einen Strich durch die Rechnung. Die Crew muss das Essen wegräumen und die Kabine vorbereiten. Fazer fehlen noch rund 240 Kalorien – nachbestellen darf er nicht mehr.
Seine Rettung liegt ausgerechnet in der Snack-Box. Der 24-Jährige schnappt sich Kit-Kat, Bounty und Toblerone und schafft mit dem letzten Stück Schokolade tatsächlich die 10.000-Kalorien-Marke.
"Der letzte Bissen. Das ist großartig. Ich habe gerade 10.000 Kalorien während eines 13-Stunden-Flugs gegessen", freut sich Fazer. Auch seine ahnungslose Flugbegleiterin ist beeindruckt. Fazer sei der größte Esser, den sie je gesehen habe – "ohne jegliche Zweifel".
Für den Influencer ist es bereits der dritte Anlauf. Vor drei Jahren scheiterte er mit derselben Challenge bei einem Flug, im Vorjahr klappte es auch während einer Zugfahrt nicht.
Diesmal geht der Plan auf. Besonders gut fühlt er sich danach allerdings nicht: Am Ende des Videos wirkt Fazer sichtlich mitgenommen und klagt über Schmerzen.