Mitten in der Nacht auf den 24. September wurde der Heimweg für Alessio Z. zum schmerzhaften Albtraum. Der 18-jährige "Christfluencer" (Anm., christlicher Influencer) wurde in Wien von zwei Männern attackiert, zu einem Video gezwungen und mit einem Messer bedroht. In diesem Moment hatte er nur einen Gedanken im Kopf.
Dann wurde Alessio auf den Boden gestoßen, er hatte nur einen Gedanken, "Ich will hier nicht sterben", erinnert sich der 18-Jährige im "Heute"-Talk. Dann zückzen seine Angreifer auch noch ein Messer: "Ich dachte einfach nur, dass ich keinen Messerstich im Bauch haben will", so Alessio.
"Ich habe daraufhin einfach gemacht, was sie von mir verlangt haben." Für den Influencer war es das Wichtigste, lebend davonzukommen. Die Forderung seiner Angreifer: Er sollte ein Video aufnehmen, in dem er versprechen musste, nie wieder Frauen zu belästigen – obwohl der Wiener das nie getan haben will.
Schon länger war Alessio bewusst, dass sein Content auf Gegenwind stoßen könnte, doch "mit so etwas rechnet niemand, auch ich nicht".
Wie die Angreifer auf diese Vorwürfe kamen, kann sich der Wiener nicht erklären. "Ich habe gehört, dass sie von einem TikToker gesprochen haben", erinnert er sich. Daher seine Vermutung: "Ich gehe davon aus, dass sie etwas gegen mich haben wollten, weil sie einfach gegen meinen Glauben sind."
In seinen Livestreams bekam Alessio schon in der Vergangenheit zu spüren, dass es neben seiner treuen Community auch Hater gibt. "Dafür habe ich aber Moderatoren im Stream, mit Hass komme ich klar." Auch seine Fans sollen geschockt gewesen sein, als sie von dem Angriff erfuhren. Niemand habe geglaubt, dass Alessio so etwas passieren könnte, "weil ich mit so einem Hass nie etwas zu tun hatte".
"Selbstverständlich passe ich mehr auf, wenn ich draußen bin", erzählt Alessio. "Nicht, weil ich Angst habe, angegriffen zu werden, aber ich passe auf, dass ich nicht in dunkle Gassen gehe, insbesondere wenn ich alleine bin und es Nacht ist." Obwohl dem Wiener durchaus bewusst ist, dass jederzeit eine noch schlimmere Attacke auf ihn warten könnte, fühlt sich der Influencer beschützt: "Da schaut jemand auf mich herunter", glaubt er fest.
Seine Anzeige bei der Polizei brachte laut Alessio bisher wenig – die Identität der Angreifer ist nach wie vor ungeklärt. Doch wenigstens eines macht ihm Hoffnung: Auch das Video ist bisher nirgends aufgetaucht.