Der diesjährige Physik-Nobelpreis geht nach Belgien. Francis Halzen wird für seine Arbeit mit den nur schwer nachweisbaren Neutrinos und seine entscheidende Rolle beim IceCube-Neutrino-Observatorium am Südpol ausgezeichnet.
Damit steht die Auszeichnung 2026 erneut im Zeichen der Neutrino-Forschung. Bereits 2002 und 2015 wurden Physik-Nobelpreise für Arbeiten rund um diese Elementarteilchen vergeben.
Neutrinos, auch als "Geisterteilchen" bekannt, reagieren weder auf die elektromagnetische noch auf die starke Kernkraft, sondern lediglich auf die schwache Kernkraft. Zudem besitzen sie nahezu keine Masse. Das macht ihren Nachweis besonders schwierig.
Um die Teilchen dennoch untersuchen zu können, wurde 2010 das IceCube-Neutrino-Observatorium am Südpol in Betrieb genommen. Francis Halzen gilt als Begründer dieser Forschungseinrichtung.
Der 1944 im belgischen Tienen geborene Physiker wird "für seine entscheidenden Beiträge zum IceCube-Neutrino-Observatorium und die Entdeckung hochenergetischer Neutrinos astrophysikalischen Ursprungs" ausgezeichnet.
Eine Besonderheit gibt es bei der Vergabe ebenfalls: Halzen muss sich den Physik-Nobelpreis nicht mit anderen Forschern teilen. Zuletzt war die Auszeichnung 1992 an einen einzelnen Preisträger gegangen.
Bereits am Montag wurde bekannt gegeben, wer den diesjährigen Nobelpreis für Medizin erhält. Ausgezeichnet werden der US-Amerikaner Karl Deisseroth sowie die beiden Deutschen Peter Hegemann und Georg Nagel für ihre Pionierarbeiten auf dem Gebiet der Optogenetik.
Am Mittwoch folgt die nächste Nobelpreis-Entscheidung. Dann werden die diesjährigen Preisträger im Bereich Chemie bekannt gegeben.