Millionen-Streit um die Ski-Weltcuprennen in Flachau (Pongau). Damit auf der berühmten Salzburger Rennstrecke künftig neben dem Nacht-Slalom auch ein Nacht-Riesentorlauf der Damen stattfinden kann, wird kräftig investiert. Insgesamt acht Millionen Euro fließen in den Ausbau, allein 2,7 Millionen Euro kommen vom Land Salzburg. Bei den Grünen sorgt das für heftigen Ärger, das berichtet der ORF.
Besonders die neue Flutlichtanlage ist teuer. Am Freitag begann der Transport der neuen Masten und Lichtköpfe. Dafür sind insgesamt 63 Hubschrauberflüge notwendig.
Die bisherige Beleuchtung wird vollständig modernisiert und auf LED-Technik umgestellt. Gleichzeitig wird die Strecke im oberen Bereich verlängert, damit am 5. Jänner auch ein Nacht-Riesentorlauf der Damen ausgetragen werden kann.
"Wir erweitern von 21 Stützen mit Licht auf 42. Das bedeutet, der Altbestand wird erneuert und mit modernster LED-Technik ausgestattet. Im oberen Bereich wird das Flutlicht verlängert, damit wir unseren Riesenslalom der Damen am 5. Jänner abhalten können", erklärt Elias Perkmann vom Tourismusverband.
Die Kosten für das Millionenprojekt teilen sich die Gemeinde Flachau, die Bergbahnen und der Tourismusverband. Zusätzlich steuert das Land Salzburg 2,7 Millionen Euro bei.
Genau diese Förderung stößt den Grünen sauer auf. Sie werfen der Landesregierung vor, bei Klimaschutz und Energiewende zu sparen, gleichzeitig aber Millionen für die Beleuchtung einer Skipiste bereitzustellen.
"Unsere Kritik richtet sich an die Prioritätensetzung der Landesregierung", erklärt Grünen-Klubobfrau Martina Berthold.
Sie legt nach: "Nach diesem Hitzesommer ist das absolut unverständlich und es wird immer begründet, es ist kein Geld da. Und jetzt sind 2,7 Millionen Euro für dieses Projekt da und da fragen wir kritisch nach."
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP), die für den Tourismus zuständig ist, weist die Kritik zurück. Für sie ist der Ausbau eine Investition in den Wirtschaftsstandort Salzburg. "Diese Investition bringt Geld ins Land, sichert Arbeitsplätze und hilft langfristig dem Tourismus und dem Sport", sagt Edtstadler laut ORF.
Mit dem Ausbau will Flachau seinen Platz als Weltcup-Austragungsort absichern. In dieser Saison sollen erstmals zwei Damenrennen stattfinden.
Die neue Beleuchtung soll laut Tourismusverband auch effizienter sein als die bisherige Anlage. "Sie sind energiesparender und bieten die Möglichkeit, verschiedene Lichtstufen wie Arbeitslicht, Trainingslicht und TV-fähiges Flutlicht einzustellen", erklärt Perkmann über die LED-Strahler.
Für gewöhnliche Skifahrer bringt die Millionen-Investition allerdings keine zusätzlichen Abendstunden auf der Piste. Ein regulärer Publikumsbetrieb in der Nacht ist weiterhin nicht möglich, weil dafür die Genehmigung fehlt.