Schwerer Koalitions-Krach

ÖVP wählt eigenen Vize nicht – und gibt FPÖ die Schuld

Wirbel um Salzburgs neuen Landes-Vize: Zwei Stimmen fehlen der ÖVP. Die FPÖ wehrt sich gegen Vorwürfe – mit einem violetten Stift.
07.11.2026, 11:41
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Diese Wahl sorgt in Salzburg für mächtig Wirbel! Wolfgang Mayer (ÖVP) wurde am Mittwoch zum neuen Stellvertreter von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler gewählt. Doch ausgerechnet bei der Kür des eigenen Landes-Vize ging in der schwarz-blauen Koalition etwas schief. Zwei Abgeordnete verweigerten Mayer offenbar ihre Unterstützung. Jetzt fliegen zwischen ÖVP und FPÖ die Fetzen.

Dabei hätte alles ganz einfach laufen sollen: Die Regierungsparteien verfügen im Salzburger Landtag gemeinsam über 22 der 35 Mandate. Doch Mayer, der die Nachfolge von Stefan Schnöll antritt, erhielt bei der geheimen Wahl nur 20 Stimmen. 15 Abgeordnete stimmten gegen ihn.

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FPÖ weist Vorwurf des Vertrauensbruchs zurück

Schnell stand die Frage im Raum: Wer hat den neuen Landes-Vize nicht gewählt? Die ÖVP versichert, dass ihre Abgeordneten geschlossen für Mayer gestimmt hätten. Damit geriet der Koalitionspartner FPÖ unter Verdacht, berichtet die "Kronen Zeitung".

Doch FPÖ-Chefin Marlene Svazek will sich den Vorwurf eines Koalitionsbruchs nicht gefallen lassen. "Direkt oder indirekt einen Koalitionsbruch in den Raum zu stellen, ist ein schwerwiegender Vorwurf", stellt sie klar.

Violetter "Zauberstift" soll FPÖ entlasten

Besonders kurios: Die Freiheitlichen wollen sogar beweisen können, dass sämtliche FPÖ-Abgeordneten für den ÖVP-Mann gestimmt haben. Ihr Geheimnis? Ein violetter Fineliner! Alle FPÖ-Mandatare sollen bei der geheimen Abstimmung denselben auffälligen "Zauberstift" verwendet haben.

Anhand der Farbe ließe sich laut FPÖ nachvollziehen, dass ihre Stimmen tatsächlich an Mayer gingen. Eine unabhängige Überprüfung dieses behaupteten Beweises liegt allerdings nicht vor. Die Wahl war geheim – und die Frage, wer die beiden Gegenstimmen abgegeben hat, bleibt damit offiziell offen.

Streit erreicht jetzt auch die Gemeinden

Während die ÖVP-Spitze die Angelegenheit möglichst rasch abhaken will, geht der Streit an der Parteibasis weiter. In mehreren Gemeinden sollen laut "Kronen Zeitung" ÖVP-Funktionäre ihre freiheitlichen Kollegen mit dem Vorwurf konfrontiert haben, Mayer nicht unterstützt zu haben.

Svazek reicht es jetzt. "Wenn unsere Leute jetzt deshalb angegangen werden, ist das echt schwierig", sagt sie. Und schickt eine deutliche Botschaft an den Koalitionspartner: "Als ÖVP-Funktionär würde ich mich derzeit in Zurückhaltung üben."

Aus dem Umfeld von Landeshauptfrau Edtstadler heißt es inzwischen beschwichtigend: "Niemand macht irgendwem einen Vorwurf." Für Mayer hat die Amtszeit damit jedenfalls turbulent begonnen. Und in Salzburg sorgt ausgerechnet ein violetter Stift dafür, dass die Frage nach den zwei fehlenden Stimmen weiter für Gesprächsstoff sorgt.

red, Akt. 07.11.2026, 11:51, 07.11.2026, 11:41
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