Betroffene bekommen Namen

2.848 Tote – Neuer Gedenkort erinnert an das NS-Grauen

Am Landesklinikum Mauer wurde ein neuer Gedenkort für 2.848 Opfer der NS-Medizinverbrechen eröffnet.
Victoria Carina  Frühwirth
05.10.2026, 04:00
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Ein Ort gegen das Vergessen: Am Gelände des Landesklinikums Mauer in Niederösterreich erinnert ab sofort ein neuer Gedenkort an 2.848 Menschen, die während der NS-Zeit Opfer von Medizinverbrechen wurden.

Opfer von Medizinverbrechen

Die damalige Heil- und Pflegeanstalt Mauer-Öhling gehört zu jenen Orten, an denen sich eines der dunkelsten Kapitel der österreichischen Geschichte abspielte. Nach aktuellem Forschungsstand gelten 2.848 Patienten der Einrichtung als Opfer der nationalsozialistischen Medizinverbrechen.

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Der neue Gedenkort wurde am Freitag, dem 2. Oktober, offiziell eröffnet. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hielt dabei die Gedenkrede. "Es waren 2.848 Menschen mit einer Heimat, mit einer Familie, mit einer ganz persönlichen Lebensgeschichte", sagte Mikl-Leitner. Mit dem neuen Ort würden die Opfer einen sichtbaren Platz des Erinnerns erhalten.

2.848 Metallplättchen erinnern an Opfer

Besonders eindrucksvoll ist die Gestaltung der Anlage. Entlang einer Mauer wurden 2.848 Metallplättchen angebracht. Sie tragen Namen und Lebensdaten der Opfer und sollen damit das persönliche Gedenken ermöglichen. Konzipiert wurde der Gedenkort von der Künstlerin und Architekturhistorikerin Azra Aksamija.

Auch der Standort selbst ist historisch belastet. Der Bereich wurde 1944 als zusätzlicher Friedhof genutzt, weil der reguläre Anstaltsfriedhof aufgrund der vielen Todesfälle und der Überbelegung nicht mehr ausreichte.

"Deutliches Zeichen für Nie wieder"

Für Mikl-Leitner ist der neue Gedenkort auch ein Auftrag für die Gegenwart. Er sei ein "bleibender Ort der Erinnerung und der Verantwortung" und ein deutliches Zeichen für "Niemals vergessen" und "Nie wieder". Bei der Eröffnung kamen auch Angehörige der Opfer zu Wort. Historiker Stephan Roth betonte, dass Familien nun erstmals einen konkreten Ort hätten, an dem sie trauern könnten.

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Neben dem Gedenkort wurde im Rahmen der NÖ Landesausstellung 2026 im Haus 18 des Landesklinikums auch ein dauerhafter Lernort geschaffen. Dort werden die neuesten Forschungsergebnisse über die Heil- und Pflegeanstalt während der NS-Zeit vermittelt. Der Besuch ist kostenlos.

Gedenk- und Lernort sollen auch nach dem Ende der Landesausstellung dauerhaft bestehen bleiben und dafür sorgen, dass die Schicksale der 2.848 Opfer nicht in Vergessenheit geraten.

VF,05.10.2026, 04:00