Was als Aufnahme von rund 30 Mäusen über die Volkshilfe begann, wurde vor Ort zu einem Fall massiver Vernachlässigung. Die Tiere lebten auf engstem Raum in stark verschmutzten, nicht ausbruchssicheren Terrarien. Sie waren nicht nach Geschlechtern getrennt und vermehrten sich unkontrolliert. Kot, eine hohe Ammoniakbelastung und Mäuse in Böden, Wänden, Decken, Nebenräumen und Haushaltsgeräten machten die Lage besonders schlimm.
Gemeinsam mit der Hunde-Such-Hilfe Österreich fingen Helfer die Tiere ein und trennten sie nach Geschlechtern. Zahlreiche Mäuse waren verletzt, zerbissen oder krank und einige litten an Tumoren und mehrere Weibchen waren trächtig.
„Viele der Tiere waren verletzt oder krank. Wir mussten sofort handeln, um Schlimmeres zu verhindern“Stephan Scheidl Tierheimleiter von Tierschutz Austria
Schon vor einem halben Jahr waren am selben Standort rund 2.100 Mäuse gerettet worden. Nun sind rund 300 Tiere im Tierschutzhaus Vösendorf untergebracht. Sie brauchen medizinische Behandlung. Einige Weibchen haben inzwischen Junge bekommen.
Als nächstes sollen die Männchen kastriert werden. Außerdem benötigen die Tiere eine artgerechte Unterbringung mit ausreichend Platz und neue Terrarien. "Hinter solchen Fällen stecken oft menschliche Schicksale und Überforderung. In diesen Momenten zählt allein, dass geholfen wird", so Scheidl.