Cyberangriff in Liechtenstein

31.000 Datensätze gestohlen – auch von Österreichern

Hacker haben in Liechtenstein Daten von rund 31.000 Personen erbeutet. Unter den Betroffenen dürften auch zahlreiche Österreicher sein.
Newsdesk Heute
03.08.2026, 10:50
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Liechtenstein ist Ziel eines umfangreichen Cyberangriffs geworden. Unbekannte Täter verschafften sich Zugriff auf das Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen – also jenes Register, in dem die Hintermänner von Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften erfasst sind.

Nach Angaben der Regierung wurden dabei Datensätze von rund 31.000 Personen kopiert. Seit Samstagabend befasst sich ein Krisenstab unter der Leitung von Regierungschefin Brigitte Haas und Justizminister Emanuel Schädler mit dem Vorfall.

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Angriff fiel nach Unregelmäßigkeiten auf

Nach bisherigen Erkenntnissen gelang es den Angreifern in der Nacht auf den 30. Juli, sich unbefugt Zugang zum System zu verschaffen. Im Laufe des Tages bemerkte das Amt für Justiz Unregelmäßigkeiten und verständigte das Amt für Informatik. Dieses nahm das betroffene System vorsorglich vom Netz.

Am Freitag wurde die Regierung informiert, am Samstag lagen erste bestätigte Ergebnisse der Voruntersuchungen vor.

Keine Hinweise auf Manipulation

Nach aktuellem Stand gibt es keine Hinweise darauf, dass Daten verändert oder gelöscht wurden. Auch Lösegeldforderungen seien bislang nicht eingegangen, erklärte die Regierung. Ebenso gebe es derzeit keine Anzeichen dafür, dass die gestohlenen Daten im Darknet veröffentlicht wurden. Wer hinter dem Cyberangriff steckt, ist weiterhin unklar.

Auch Österreicher betroffen

Das Register dient nach Angaben der Regierung dazu, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu bekämpfen. Es enthält Informationen über die wirtschaftlich Berechtigten hinter Gesellschaften, Stiftungen und Treuhänderschaften.

Unter den Betroffenen dürften sich auch zahlreiche Österreicher befinden, die Stiftungen in Liechtenstein halten. Genannt wird unter anderem das familiäre Umfeld des gefallenen Immobilienunternehmers René Benko.

Liechtenstein zählt mit rund 41.000 Einwohnern zu den wohlhabendsten Staaten der Welt. Der Finanz- und Bankensektor ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Fürstentums. In der Vergangenheit wurden Stiftungen und Konten dort immer wieder für Steuerhinterziehung missbraucht. Das Bankgeheimnis in Steuerangelegenheiten wurde jedoch bereits 2017 aufgehoben.

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