Die Hitzewelle hat Wien weiter fest im Griff. Ein Problem für viele Bewohner: Die Wohnungen heizen sich immer mehr auf, dazu kommt unangenehm trockene Luft. Niederschlag ist in den nächsten Tagen kaum in Sicht. Wien ist heißer als Athen und Palermo – doch anders als in Südeuropa fehlen in Wien in den meisten Häusern und Wohnungen Klimaanlagen – besonders in schlecht gedämmten Altbau-Wohnungen wird das zum Problem.
"Bei uns in der Wohnung hat es schon in der Früh 32,8 Grad", erzählt Anna K. (51, Name geändert) aus Wien-Neubau. Ihre Altbau-Wohnung in der Zieglergasse liegt im dritten Stock, schon in der Früh heizt die Sonne unbarmherzig das Wohnzimmer der Wienerin und ihrer Familie auf.
"Auch zwei Ventilatoren bringen keine Abkühlung. Unter Tags bleiben die Fenster zu, doch auch das hilft nichts." Die alten Kastenstock-Fenster aus Holz und die schlecht gedämmten Wände des Jahrhundertwendebaus lassen die Hitze fast ungefiltert in die Wohnung. Klimaanlage oder Außenjalousien scheitern an Ensembleschutz und den Vermietern.
"Ich habe mit meinem Mann diese Woche im Hotel übernachtet, weil es in der Wohnung nicht mehr auszuhalten war", erzählt die Wienerin. "Dort konnten wir mit Hilfe der Klimaanlage zumindest eine Nacht erholsam schlafen. Das waren mir die 137 Euro wert!" Die Wienerin hofft, dass es mit der Gluthitze in Wien nun bald vorbei ist.
Doch aktuelle Prognosen lassen leider nicht darauf schließen. Schon am Wochenende sollen die Temperaturen nach einer kurzen Pause wieder ansteigen, nächste Woche sind sogar abermals 35 Grad und mehr möglich.
Die hohen Temperaturen können lebensgefährlich sein – besonders für ältere Menschen. Aktuelle Berechnungen auf Basis von Statistik-Austria-Daten zeigen, dass allein während der Hitzewelle im Juni 2026 rund 300 Menschen in Österreich an den Folgen der extremen Temperaturen gestorben sind – wir berichteten.
"Die aktuellen Messungen machen deutlich, was viele ältere Menschen seit Jahren erleben: Das eigene Zuhause wird im Sommer zunehmend zur Hitzefalle. Wer wenig Einkommen hat, lebt häufiger in schlecht gedämmten Wohnungen und kann sich Kühlmaßnahmen oft nicht leisten. Hitze ist deshalb längst nicht mehr nur ein Klimathema, sondern eine soziale Frage und eine Frage des Gesundheitsschutzes", erklärte PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer diese Woche schon einmal in einer Aussendung.