Großeinsatz der Polizei in gleich vier Bundesländern! Diese Woche (20. Oktober) schlugen die Ermittler in den frühen Morgenstunden in Wien, der Steiermark, Kärnten und dem Burgenland zu. Im Visier: ein mutmaßliches Netzwerk organisierter Schwarzarbeit, das einen Schaden von mindestens 3,5 Millionen Euro verursacht haben soll.
Insgesamt wurden 18 Hausdurchsuchungen durchgeführt und neun Personen festgenommen. Gegen rund 40 Beschuldigte wird ermittelt. Die Aktion erfolgte auf Anordnung der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).
Hinter dem mutmaßlichen Betrug soll ein ausgeklügeltes System stecken. Laut Ermittlern wurden mindestens 25 Scheinfirmen im Bereich Kurierdienste und Kleintransporte gegründet.
Als Geschäftsführer sollen mittellose Personen aus dem Ausland angeworben worden sein, die lediglich als Strohmänner dienten. Teilweise sollen dabei sogar falsche Identitäten verwendet worden sein.
Die Arbeiter wurden laut Ermittlungsstand bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) mit falschen oder zu niedrigen monatlichen Beitragsgrundlagen angemeldet. Tatsächlich sollen sie aber Vollzeit bei anderen Unternehmen gearbeitet haben.
Dem Polizeieinsatz gingen umfangreiche Ermittlungen der Kripo in der Steiermark und der Steuerfahndung voraus. Dabei wurden die mutmaßlichen Scheinfirmen und falschen Sozialversicherungsanmeldungen unter die Lupe genommen.
Den rund 40 Beschuldigten werden unter anderem organisierte Schwarzarbeit, betrügerische Sozialversicherungsanmeldungen, gewerbsmäßiger schwerer Betrug und betrügerische Krida vorgeworfen.
Die Ermittlungen laufen weiter. Nähere Einzelheiten werden aus kriminaltaktischen Gründen derzeit nicht bekannt gegeben. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.