Der schreckliche Baustellenunfall in der Porzellangasse (Wien-Alsergrund) schockt noch immer das Land. Vier Arbeiter starben im Zuge eines Dachgeschoss-Aufbaus, einer ist schwer verletzt. Es geschah bei Betonierarbeiten, als plötzlich das Gerüst in sich zusammenkrachte, die Arbeiter wurden unter Trümmern und flüssigem Beton verschüttet.
Helfer waren rasch vor Ort, doch das Vordringen bis zu den Verschütteten war äußerst schwierig, auch Rettungshunde wurden stundenlang eingesetzt, um die Opfer zu lokalisieren. Martin Hofbauer von der Berufsfeuerwehr Wien: "Es sind sehr beengte Platzverhältnisse im Innenhof, auch mussten Gerüst- und Schalungsteile händisch entfernt werden. Teilweise ging es per Kran und Seilwinden. Die Personen konnten wir nach und nach befreien."
Der Kranfahrer der Baustelle wurde zum Helden. Er musste das ganze Unglück aus der Höhe beobachten, er sah wohl alles. Er war es auch, der in der Folge die Helfer unermüdlich unterstützte. Es war die einzige Möglichkeit, die schweren Teile, die im Weg standen, zu bewegen.
Trotz Schock und Trauer machte der Facharbeiter immer weiter. Drei Stunden lang half er bei der Bergung seiner Kollegen aus dem Geröll.
Erst danach konnte er aufhören. "Er wurde dann von einem Team der Berufsfeuerwehr Wien vom Kran geborgen", die Helfer kletterten auf den hohen Kran, halfen dem Führer aus der Kabine und wieder runter (siehe Video oben), "weil er natürlich durch den Einsatz psychisch beeinträchtigt war", sagt Martin Hofbauer.
Sobald es geht, wird mit der Befragung der Zeugen begonnen. Der Kranfahrer wird zu einer der wichtigsten Informationsquellen dabei.