Obwohl ihm sämtliche rote Länderchefs, die Gewerkschaft und die Frauen am Sonntag das Vertrauen versagt haben, will Andreas Babler weiter Minister bleiben.
Die SPÖ-Gremien haben Donnerstagabend die Neuaufstellung der Partei auf den Weg gebracht. Die neuen Gesichter nach innen und außen sind Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner und Klubobmann Philip Kucher.
Anfang des nächsten Jahres soll dann die Staffelübergabe als Vizekanzler an Finanzminister Markus Marterbauer erfolgen. Ob Babler seinem Team weiter als Minister angehören wird, ist unklar. Die Österreicher haben eine klare Meinung: In einer aktuellen Umfrage sind 60 Prozent der Befragten (online, Schwankungsbreite ±4,4 Prozent) "ganz sicher" oder "eher" dagegen. Als "begrenzten Rückhalt für einen Verbleib" ordnet Meinungsforscher Peter Hajek dies ein.
Dass Babler "unbedingt" im Regierungsteam bleiben soll, sehen nur 8 Prozent so, weitere 15 Prozent beantworten diese Frage "eher" mit Ja – das ergibt eine ATV-Umfrage für "Aktuell: Die Woche" (Freitag, 22.25 Uhr, ATV und JOYN).
Demoskop Hajek warnt: "Die jüngsten Entwicklungen haben Bablers öffentliche Wahrnehmung deutlich belastet und könnten auch einen öffentlichkeitswirksamen Richtungswechsel der SPÖ erschweren."
Selbst in der SPÖ-Wählerschaft betrage der Anteil überzeugter Babler-Unterstützer lediglich 23 Prozent, erläutert Peter Hajek.