Die Krise der SPÖ spiegelt sich auch in den neuesten Umfragewerten wider. In der aktuellen Sonntagsfrage von OGM für ServusTV kommen die Sozialdemokraten nur noch auf 12 Prozent. Damit liegen sie erstmals hinter den Grünen, die auf 15 Prozent kommen.
Die Grünen können sich damit im Vergleich zur Nationalratswahl 2024 nicht nur fast verdoppeln, sondern legen auch im Vergleich mit anderen Umfragen der jüngsten Monate kurzfristig am stärksten aller Parteien zu.
Für die SPÖ ist das ein besonders schlechter Wert. Bei der Nationalratswahl 2024 hatte die Partei noch 21 Prozent erreicht. Der aktuelle Wert liegt damit 9 Prozentpunkte darunter. In der nun veröffentlichten Umfrage sind die Sozialdemokraten außerdem nur noch die viertstärkste Kraft.
An der Spitze stehen weiterhin die Freiheitlichen. Die FPÖ kommt laut der OGM-Erhebung auf 39 Prozent und liegt damit nur einen Prozentpunkt unter der 40-Prozent-Marke. Die ÖVP erreicht 21 Prozent und verbessert sich damit um einen Prozentpunkt. Die NEOS kommen auf 7 Prozent.
Besonders auffällig ist der Abstand zwischen den beiden Parteien auf Platz drei und vier. Die Grünen liegen mit 15 Prozent drei Prozentpunkte vor der SPÖ. Gleichzeitig sind sie mehr als doppelt so stark wie die NEOS.
Die Umfrage fällt in eine Phase großer Unruhe innerhalb der Sozialdemokratie. Nach einer Krisensitzung am Sonntag legte die SPÖ am Donnerstag ihre nächsten Schritte fest. Die Parteigremien, darunter Präsidium und Vorstand, tagten im Parlament.
Dabei ging es auch um die künftige Führung der Partei. Nach dem aktuellen Plan sollen Klubobmann Philip Kucher und Frauen-Vorsitzende Eva-Maria Holzleitner vorübergehend Führungsaufgaben übernehmen. Laut Parteistatut muss nach der Bestellung geschäftsführender Parteichefs innerhalb von vier Monaten ein Parteitag stattfinden. Dieser müsste damit spätestens Anfang Februar stattfinden.
Offen ist auch die Frage, wer beim Parteitag für den Parteivorsitz kandidieren könnte. Finanzminister Markus Marterbauer hat bisher nicht erklärt, ob er für den Parteivorsitz zur Verfügung stehen wird. Anfang 2027 soll er das Vizekanzleramt von Andreas Babler übernehmen.
Während die SPÖ um ihre weitere Führung ringt, kann die FPÖ in der Umfrage weiter zulegen. Die Freiheitlichen erreichen 39 Prozent und damit ihren bisher höchsten Wert in dieser OGM-Erhebung. Auch die KPÖ kommt erneut auf 4 Prozent. Damit liegt sie genau bei jenem Wert, der für den Einzug in den Nationalrat erforderlich wäre.
Auch für die Bundesregierung ist das Ergebnis relevant. ÖVP, SPÖ und NEOS kommen zusammen auf 40 Prozent. Die drei Parteien liegen damit in dieser Umfrage deutlich unter einer rechnerischen Mehrheit.