Millimeterarbeit mitten in der Nacht! Bei der Modernisierung der Wiener Verbindungsbahn haben die ÖBB am Wochenende eine massive Hilfsbrücke für die Verbindungsbahn bei der Guldengasse (Wien-Penzing) eingehoben. Die Stahlkonstruktion ist knapp 24 Meter lang, 2,70 Meter breit und bringt stolze 73,5 Tonnen auf die Waage.
Für den spektakulären Einsatz waren gleich zwei Schienenkräne notwendig. Jeder der beiden Kolosse wiegt rund 130 Tonnen. Beim sogenannten Tandemhub mussten die Kräne perfekt aufeinander abgestimmt werden.
Besonders knifflig: Für die Arbeiten standen pro Nacht lediglich rund fünf Stunden zur Verfügung. Während ein Kran auf einem Gleis der Weststrecke positioniert war, fuhr der zweite über das Baugleis der Verbindungsbahn an. Von der Anlieferung über das Einheben der Brücke bis zum anschließenden Gleisbau musste jeder Handgriff sitzen.
Die Hilfsbrücke hat eine wichtige Aufgabe: Sie ermöglicht es, dass während der Bauarbeiten weiterhin Züge auf einem Gleis der Verbindungsbahn fahren können. Gleichzeitig werden neben der bestehenden Strecke neue Brückentragwerke errichtet, die später an ihre endgültige Position geschoben werden.
Der aufwendige Nachteinsatz ist Teil der Erneuerung der Unterführungen Guldengasse und Kefergasse. Für Fußgänger und Radfahrer soll sich dadurch einiges verbessern. Die Unterführung Guldengasse wird von bisher 25 auf rund 34 Meter verlängert. Auch die Geh- und Radwegunterführung Kefergasse wird großzügiger gestaltet. Ihre Breite wächst von derzeit 3,65 auf fünf Meter. Dafür wird ebenfalls eine Hilfsbrücke eingesetzt.
Die provisorischen Brücken bleiben nur während der Bauphase bestehen. Sobald die neuen Tragwerke fertiggestellt und eingeschoben sind, werden die Hilfsbrücken wieder entfernt.
Am Ende sollen die beiden Unterführungen nicht nur breiter und heller sein, sondern auch mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer bieten. Und das, während der Zugverkehr während der Bauarbeiten zumindest auf einem Gleis weiterlaufen kann.