Wohin mit den Kindern? Das Problem wird in Oberösterreich immer schlimmer. Der aktuelle Kinderbetreuungsatlas der Arbeiterkammer (AK) zeigt laut den Grünen erhebliche Schwächen bei der Betreuung auf. Besonders brisant: In 80 Gemeinden sind die Kindergärten länger als die gesetzlich vorgesehenen fünf Wochen geschlossen.
Für berufstätige Eltern kann das zur echten Belastungsprobe werden. Denn während die Kinderbetreuung ausfällt, müssen sie weiterhin zur Arbeit. Urlaubstage sind begrenzt, eine Ersatzbetreuung muss erst einmal organisiert werden.
Besonders schwierig ist die Situation bei den jüngsten Kindern. Laut den von den Grünen angeführten Ergebnissen des AK-Kinderbetreuungsatlas erreichen nur 31 oberösterreichische Gemeinden bei der Betreuung von Kindern unter drei Jahren die Bestbewertung.
Für den Grünen Bildungssprecher Reinhard Ammer ist das ein deutliches Zeichen, dass Oberösterreich bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterhin große Probleme hat: "Auch wenn die Frauen Vollzeitarbeit wollen und wenn das auch gefordert und erwartet wird - es kann bei dieser Kinderbetreuung einfach nicht funktionieren. Sie harmoniert nicht mit der Lebensrealität der Familien im Land."
Der Landtagsabgeordnete sieht trotz einzelner Verbesserungen weiterhin erheblichen Nachholbedarf. Oberösterreich liege bei der Kinderbildung und -betreuung im bundesweiten Schlussfeld, kritisiert er.
Besonders hart geht Ammer mit den politischen Verantwortlichen ins Gericht: "Eine wirkliche Vereinbarkeit von Job und Familie bleibt ebenso Wunschdenken wie das vielbeschworene Kinderland OÖ. Es ändert sich de facto nichts".
Doch es gibt noch ein weiteres Problem: Nicht einmal alle Gemeinden stellen ihre Daten für den Kinderbetreuungsatlas zur Verfügung.
Laut Ammer haben 159 Gemeinden keine Zahlen geliefert. Damit wird es schwieriger, ein vollständiges Bild der Betreuungssituation in Oberösterreich zu bekommen.
Für ihn ist eine vollständige Datengrundlage entscheidend, um beurteilen zu können, ob die Maßnahmen der Landespolitik tatsächlich Verbesserungen bringen.