Bald schon geht es los: Am Freitag (6. November) starten mit den Märkten vor Schloss Schönbrunn und am Wiener Stephansplatz die ersten großen Weihnachtsmärkte in die Saison. Und die dürfte heuer besonders gut laufen: Trotz der angespannten Konsumstimmung wollen deutlich mehr Österreicher einen Adventmarkt besuchen als noch im Vorjahr.
Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) der Johannes Kepler Universität Linz. Demnach planen 77 Prozent der 16- bis 74-Jährigen heuer zumindest einen Weihnachtsmarktbesuch. Im Vorjahr waren es erst 71 Prozent.
Die größte Überraschung liefert die junge Generation. Ausgerechnet die Generation Z, also die jüngsten Befragten, ist besonders begeistert von der traditionellen Weihnachtsstimmung.
Ganze 94 Prozent wollen heuer zumindest einen Weihnachtsmarkt besuchen. Im Vorjahr waren es noch 85 Prozent. Bei der Generation Y sind es 81 Prozent, bei der Generation X 69 Prozent und bei den Babyboomern 66 Prozent.
"Das zeigt, dass diese traditionelle Form des Handels gerade auch für junge Menschen attraktiv ist", sagt Studienautor Ernst Gittenberger.
Doch wonach entscheiden die Österreicher, welchen Adventmarkt sie besuchen? Für 45 Prozent ist die Nähe zum Wohnort entscheidend, 39 Prozent verlassen sich auf Empfehlungen von Freunden oder Familie. Eine besonders schöne Kulisse ist für 38 Prozent ausschlaggebend.
Auch das kulinarische Angebot spielt eine Rolle: 29 Prozent achten darauf, welche Speisen und Getränke angeboten werden. Kunsthandwerk und Geschenkartikel sind für 28 Prozent wichtig.
Das Preisniveau ist hingegen nur für 23 Prozent ein entscheidendes Auswahlkriterium. Gute öffentliche Verkehrsanbindungen sind für 33 Prozent wichtig, Parkmöglichkeiten für 24 Prozent.
Die wachsende Begeisterung könnte auch den Geschäften in den Innenstädten helfen. Denn Weihnachtsmärkte locken viele Menschen in die Einkaufsstraßen.
Allerdings bedeutet ein voller Adventmarkt nicht automatisch volle Kassen für die umliegenden Händler.
"Für die Innenstädte sind Weihnachtsmärkte wichtige Frequenzbringer, aber aus Besucherfrequenz wird nicht automatisch Umsatz", erklärt IHaM-Institutsvorstand Christoph Teller.
Ob die Besucher neben Punsch und Weihnachtsstimmung auch in den Geschäften einkaufen, hängt laut dem Experten davon ab, wie gut der Handel die zusätzliche Kundschaft für sich gewinnen kann.