"Hätte 3 Todesopfer gegeben"

Abschleppfahrer verhindert tödliche Katastrophe

Ein schwerer Unfall endet bei Bellheim (D) knapp in einer Tragödie - nur Dank der Reaktion eines Bergungsmitarbeiters konnten 3 Leben gerettet werden.
André Wilding
17.10.2025, 07:59
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Auf der Bundesstraße 9 zwischen den Anschlussstellen Bellheim Süd und Bellheim Nord in Fahrtrichtung Ludwigshafen ereignete sich am Donnerstagabend gegen 19.30 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall unter Beteiligung eines Lkw. Eine Person wurde verletzt, drei weitere überlebten das Geschehen wie durch ein Wunder nahezu unverletzt.

Über Leitplanke gesprungen

Der Fahrer eines Abschleppdienstes war mit der Bergung eines Pannenfahrzeugs auf dem Seitenstreifen beschäftigt. Auch ein Fahrzeug eines Ersthelfers war dort abgestellt. Alle Fahrzeuge waren ordnungsgemäß mit Pylonen und Blitzleuchten abgesichert. Während der laufenden Bergung kam eine nagelneue Zugmaschine auf Überführungsfahrt heran.

Ersten Ermittlungen der Polizei zufolge fuhr der Lkw-Fahrer möglicherweise durch Unachtsamkeit oder Ablenkung zu weit nach rechts und geriet auf den Seitenstreifen. Dort krachte der Lastwagen in das Pannenfahrzeug. In diesem Moment reagierte der Fahrer des Abschleppwagens geistesgegenwärtig: Er sah den anrauschenden Lastwagen, packte die beiden Passanten und sprang mit ihnen über die Leitplanke die Böschung hinunter.

Fahrzeug völlig zerstört

Nur eine Sekunde später geschah das Unglück: Die Zugmaschine schleuderte über das Plateau des Abschleppwagens, riss dessen Fahrerhaus vollständig ab, flog etwa 50 Meter durch die Luft und kam schließlich quer zur Fahrbahn auf der Seite zum Liegen. Ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei war binnen kurzer Zeit am Unfallort.

Die Feuerwehr musste den Lkw-Fahrer aus seinem zerstörten Fahrzeug befreien.
Fabian Geier / EinsatzReport24

Die Feuerwehr musste den Lkw-Fahrer aus seinem zerstörten Fahrzeug befreien. Dabei wurde unter anderem die Windschutzscheibe aufgesägt. Der Fahrer kam mit Verletzungen in ein Krankenhaus. "Es grenzt an ein Wunder, dass die drei Personen den Unfall unverletzt überlebt haben", erklärte Alexander Stefan von der Firma Auto Böhler, die für die Bergung verantwortlich war. "Wären sie nicht über die Böschung gesprungen, möchte man sich nicht ausmalen, wie das Ganze geendet hätte."

"Immer ein Auge auf den Verkehr haben"

Alexander Stefan betont zudem, wie gefährlich Bergungseinsätze im fließenden Verkehr sind: "Man muss immer ein Auge auf den Verkehr haben. Und jeder, der mit einer Panne auf der Autobahn liegenbleibt, sollte sein Fahrzeug sofort verlassen und sich in Sicherheit bringen. Sitzt man bei einem solchen Aufprall noch im Auto, kann das tödlich enden."

Die Bergung des verunglückten Lkw gestaltete sich äußerst aufwendig. Mit einem Kran und Seilwinden wurde das Fahrzeug in stundenlanger Arbeit wieder aufgerichtet. Die Fahrbahn in Richtung Ludwigshafen blieb bis tief in die Nacht hinein voll gesperrt. Die Polizei hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen.

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