Sieben Jahre nach Crash

Absturz mit 157 Toten – Boeing muss Millionen zahlen

Sieben Jahre nach dem Absturz einer Boeing 737 MAX fällt ein weiteres Urteil. Boeing muss der Familie eines Opfers 29 Millionen Dollar zahlen.
Newsdesk Heute
15.08.2026, 19:43
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Mehr als sieben Jahre nach dem verheerenden Absturz einer Boeing 737 MAX in Äthiopien beschäftigt die Katastrophe weiterhin die Gerichte. Ein Geschworenengericht in Chicago sprach der Familie eines getöteten UN-Mitarbeiters nun 29 Millionen Dollar (rund 25 Millionen Euro) zu.

Das Urteil vom Mittwoch betrifft eine der letzten noch offenen Zivilklagen rund um den Absturz von Ethiopian-Airlines-Flug ET302. Bei dem Unglück am 10. März 2019 kamen alle 157 Menschen an Bord ums Leben.

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Witwe zog vor Gericht

Geklagt hatte die Witwe des irischen UN-Mitarbeiters Michael Ryan. Der 39-Jährige arbeitete für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen und hinterließ zwei Kinder.

Während sich die meisten Angehörigen der Opfer in den vergangenen Jahren außergerichtlich mit Boeing einigten, entschied sich Naoise Connolly Ryan für einen öffentlichen Prozess.

Sie wolle "Rechenschaft und Gerechtigkeit vor einer Geschworenenjury erwirken und kein Geld direkt von Boeing annehmen", hatte ihr Anwalt ihre Entscheidung erklärt. Das Gericht entschied nun, dass Boeing der Familie 29 Millionen Dollar zahlen muss.

157 Menschen starben

Die Maschine der Ethiopian Airlines war im März 2019 kurz nach dem Start abgestürzt. Unter den 157 Todesopfern befanden sich auch fünf deutsche Staatsbürger.

Boeing musste im Zusammenhang mit der Katastrophe bereits in anderen Fällen Millionenbeträge zahlen. Wie hoch die Summe der außergerichtlich vereinbarten Entschädigungen insgesamt ist, ist nicht bekannt.

Zweiter Absturz binnen weniger Monate

Der Absturz in Äthiopien war bereits das zweite schwere Unglück mit einer Boeing 737 MAX innerhalb weniger Monate. Im Oktober 2018 war eine Maschine desselben Typs vor der indonesischen Insel Java abgestürzt. Alle 189 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Nach dem zweiten Unglück wurde für die Boeing 737 MAX weltweit ein Flugverbot verhängt.

Software und Pilotenausbildung im Fokus

Die anschließenden Untersuchungen der beiden Abstürze zeigten unter anderem Probleme mit der Stabilisierungssoftware MCAS. Auch Mängel bei der Ausbildung der Piloten wurden festgestellt.

Boeing überarbeitete daraufhin die Software. Die Krise rund um die 737 MAX setzte dem US-Flugzeugbauer massiv zu. Ab Ende 2020 wurde das weltweite Flugverbot für den Flugzeugtyp schließlich schrittweise wieder aufgehoben.

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