Der erste Glühwein, noch ein Punsch mit Freunden – und plötzlich stellt sich die Frage: Kann ich eigentlich noch heimfahren? Genau davor warnen jetzt Verkehrsexperten! Denn gerade im Dezember wird Alkohol auf Österreichs Straßen zur besonders großen Gefahr.
Am Freitag öffnet der Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn in Wien. Bald locken im ganzen Land die Christkindlmärkte. Doch der vermeintlich harmlose Punschabend kann böse enden.
Die Zahlen sind erschreckend: Jedes Jahr werden in Österreich durchschnittlich 3.354 Menschen bei Alkoholunfällen verletzt. 30 Menschen verlieren dabei ihr Leben. Das sind mehr als neun Verletzte – jeden einzelnen Tag! Besonders brisant: Im Dezember ist fast jeder elfte Verkehrsunfall mit Personenschaden ein Alkoholunfall. Mit knapp neun Prozent liegt der Anteil so hoch wie in keinem anderen Monat.
"Bitte setzen Sie sich im alkoholisierten Zustand nicht ans Steuer. Bereits bei 0,5 Promille verdoppelt sich das Unfallrisiko im Vergleich zum nüchternen Zustand. Bei 1,2 Promille ist es sogar zwölf Mal so hoch", warnt KFV-Verkehrssicherheitsexperte Klaus Robatsch.
Wer glaubt, nach ein paar Gläsern einfach mit dem E-Scooter heimdüsen zu können, irrt gewaltig!
Bei 13 Prozent aller Unfälle mit verletzten E-Scooter-Fahrern war zwischen 2023 und 2025 Alkohol im Spiel. Bei Pkw-Unfällen waren es im Jahresschnitt nur vier Prozent. Seit Mai gilt für E-Scooter eine strengere Promillegrenze von 0,5. Wer mit 0,5 bis unter 0,79 Promille unterwegs ist, riskiert bis zu 726 Euro Strafe. Ab 1,6 Promille drohen sogar 1.600 bis 5.900 Euro!
Rund um den Punschabend halten sich hartnäckige Mythen. Das KFV räumt mit elf gefährlichen Irrtümern auf.
1. "Ich fahre eh nur hin!"
Einmal am Christkindlmarkt angekommen, ist die Versuchung groß, nach ein paar Punsch doch wieder ins Auto zu steigen. Deshalb: Das Auto lieber gleich daheim lassen.
2. "Ein Punsch geht schon noch!"
Bloß nicht versuchen, sich an die Promillegrenze heranzutrinken! Selbst unter 0,5 Promille kann bei einem Unfall eine Teilschuld drohen.
3. "Ach komm, trink noch einen mit!"
Ein Freund spendiert die nächste Runde? Wer noch fahren muss, sollte sich nicht überreden lassen. Auch andere zum Trinken zu drängen, kann gefährlich werden.
4. "Mit vollem Bauch passiert nix!"
Vor dem Punsch noch ordentlich essen? Das verhindert keinen Rausch! Essen verzögert nur die Aufnahme von Alkohol ins Blut.
5. "Ich bin eh noch topfit!"
Gerade das kann täuschen! Alkohol verschlechtert Reaktion, Aufmerksamkeit und Sehvermögen. Auch die eigene Fahrtüchtigkeit wird schnell überschätzt.
6. "Ein Kaffee, dann bin ich wieder nüchtern!"
Schlechte Nachricht für alle, die darauf schwören: Weder starker Kaffee noch kaltes Wasser oder frische Luft machen schneller nüchtern.
7. "Bis zur Heimfahrt ist alles abgebaut!"
Ein gefährlicher Irrtum! Der Körper baut pro Stunde nur rund 0,1 Promille ab. Wann man tatsächlich wieder nüchtern ist, lässt sich kaum zuverlässig berechnen.
8. "Dann nehme ich halt den E-Scooter!"
Auch am E-Scooter oder Fahrrad kann Alkohol zu schweren Unfällen führen. Außerdem drohen rechtliche Konsequenzen.
9. "Zu Fuß kann mir eh nix passieren!"
Falsch! Gerade bei Dunkelheit, Glatteis und schlechter Sicht kann der Heimweg gefährlich werden. Nüchterne Begleitung, rutschfeste Schuhe und sichtbare Kleidung helfen.
10. "Nach dem Schlafen ist der Alkohol weg!"
Von wegen! Wer am Vorabend ordentlich gefeiert hat, kann auch am nächsten Morgen noch Restalkohol im Blut haben. Eine kalte Dusche hilft genauso wenig wie das berüchtigte "Reparatur-Seidl". Letzteres lässt den Alkoholgehalt sogar wieder steigen.
11. "Mich erwischt die Polizei sowieso nicht!"
Darauf sollte niemand wetten! Rund 1,9 Millionen Alkotests führt die Polizei in Österreich jährlich durch. Und gerade in der Adventzeit wird besonders intensiv kontrolliert.