Kaum eröffnet, schon wieder Baustelle! Der neue Rad-Highway in der Alserbachstraße in Wien-Alsergrund kommt nicht zur Ruhe. Seit seiner Fertigstellung im Dezember 2025 sorgt die wichtige Radverbindung zwischen Donaukanal und Gürtel immer wieder für Ärger. Jetzt mussten erneut die Bagger anrücken – und beim Franz-Josefs-Bahnhof ist der Radweg sogar gesperrt.
Schuld ist diesmal ein Schaden an einer Hochspannungsleitung. Für die Radfahrer gibt es allerdings auch eine erfreuliche Neuerung: An einer viel kritisierten Kreuzung wurde endlich die Grünphase verlängert.
Eigentlich sollte der besonders breite und vom Autoverkehr getrennte Radweg das Radfahren in der Alserbachstraße deutlich angenehmer machen. Doch nach der Eröffnung im Dezember 2025 folgte eine Panne auf die nächste.
Bereits im Mai musste der Asphalt wegen eines unterirdischen Gebrechens aufgerissen werden. Die anschließenden Bauarbeiten zogen sich über Wochen.
Nun wird erneut gegraben. Wie der "Kurier" berichtet, ist diesmal ein Schaden an einer 100.000-Volt-Leitung in Richtung AKH der Grund. An gleich zwei Stellen entlang der Radverbindung wurde deshalb der Boden geöffnet.
Besonders groß sind die Einschränkungen im Bereich des Franz-Josefs-Bahnhofs. Dort wurde für die Reparatur eine mehrere Meter tiefe Künette ausgehoben. Der Radweg ist an dieser Stelle derzeit gesperrt.
Bei einem Lokalaugenschein erklärten Arbeiter, dass die genaue Schadstelle inzwischen gefunden worden sei. Deshalb rechne man damit, die Arbeiten bald abschließen zu können. Ein konkreter Termin für die vollständige Wiederfreigabe wurde allerdings nicht genannt.
Und selbst wenn die Baustelle verschwindet, dürfte ein Ärgernis bleiben: Durch das wiederholte Aufgraben und anschließende Verschließen entstehen Unebenheiten im ursprünglich glatten Asphalt.
Schon vor den Bauarbeiten hatte der neue Rad-Highway für Diskussionen gesorgt. Denn ausgerechnet bei den Ampeln wurden viele Radfahrer ausgebremst. Trotz der breiten und baulich getrennten Strecke war ein flüssiges Vorankommen an mehreren Kreuzungen kaum möglich. Immer wieder mussten Radler vor roten Ampeln anhalten.
Besonders die Kreuzung mit der Althanstraße galt als Problemstelle. Die dortige Radampel zeigte bislang nur vergleichsweise kurz Grün. Manche Radfahrer wechselten deshalb auf die Fahrbahn. Erlaubt ist das allerdings nicht, wenn für die jeweilige Fahrtrichtung eine verpflichtende Radfahranlage besteht. Auch das Überqueren der Kreuzung bei Rot ist verboten.
Nun gibt es zumindest an der Althanstraße eine Verbesserung. Die Mobilitätsagentur Wien teilte mit, dass die Grünphase für Radfahrer verlängert wurde. Die Ampel zeigt dort jetzt 30 Sekunden lang Grün – und damit deutlich länger als zuvor.
Dadurch soll die gewünschte grüne Welle auf der wichtigen Radverbindung endlich besser funktionieren. Radfahrer können die Kreuzung nun leichter passieren, ohne gleich wieder vor einem roten Licht zu stehen.
Für die Nutzer des Rad-Highways bleibt die Situation damit vorerst zwiespältig. Während die Ampelschaltung verbessert wurde, sorgt die neuerliche Baustelle für zusätzliche Behinderungen. Wann die Strecke beim Franz-Josefs-Bahnhof wieder vollständig befahrbar sein wird, ist noch offen.
Fest steht: Der erst Ende 2025 eröffnete Radweg hat innerhalb weniger Monate bereits mehrere Bauphasen erlebt. Die erhoffte durchgehend angenehme Fahrt zwischen Donaukanal und Gürtel lässt damit weiter auf sich warten.