Ein paar freie Tage, das Auto vollgepackt und ab in den Kurzurlaub: Rund um die Herbstferien (starten am 24. Oktober) nutzen viele Menschen die Gelegenheit für einen Roadtrip.
Wer Österreich verlässt, sollte sich allerdings nicht nur auf das Navigationsgerät verlassen. Fehler bei Dokumenten, Maut oder Pflichtausstattung können unangenehme und teure Folgen haben.
"Vor längeren Fahrten empfiehlt sich ein genauer Blick auf das Fahrzeug. Reifen, Beleuchtung, Bremsen und Flüssigkeitsstände sollten kontrolliert werden. Und auch bei der Reiseplanung und den Vorschriften entlang der Route und im Reiseland lohnt sich eine sorgfältige Vorbereitung", sagt ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek.
➤ Führerschein, Zulassungsschein und ein gültiger Reisepass oder Personalausweis gehören ins Gepäck. Der Führerschein ist kein Reisedokument und ersetzt an der Grenze weder Pass noch Personalausweis. Das gilt auch bei kurzen Fahrten in andere EU- oder Schengenstaaten.
Der digitale Führerschein und der digitale Zulassungsschein werden nur in Österreich anerkannt. Bei einer Auslandsreise müssen daher die herkömmlichen Dokumente mitgeführt werden. Sinnvoll sind zudem die E-Card und die Internationale Versicherungskarte.
➤ In Österreich müssen Warnweste, Warndreieck und Verbandszeug im Fahrzeug liegen. Im Ausland können zusätzliche Vorschriften gelten. "Vor Reiseantritt sollte man sich informieren, was in den jeweiligen Ländern verpflichtend dabei sein muss. Wer nicht mit dem eigenen Auto unterwegs ist, sollte die Mitführpflichten des jeweiligen Landes kennen, um die Ausstattung bei der Übernahme des Mietwagens kontrollieren zu können", rät Polasek.
Auch die Mautsysteme ändern sich laufend. Frankreich stellt weitere Autobahnabschnitte auf das sogenannte Free-Flow-System um. Kameras erfassen dabei das Kennzeichen, klassische Mautstationen gibt es nicht mehr. Bezahlt wird auf elektronischem Weg.
Ab 6. November soll dieses System auch auf der A69 zwischen Castres und Verfeil bei Toulouse gelten. Reisende müssen selbst darauf achten, die Gebühr rechtzeitig über die vorgesehenen Wege zu begleichen. Deshalb sollte vor der Abfahrt geprüft werden, welche Regeln entlang der gesamten Route gelten.
Italien: Weitere Kostenfallen sind Umweltzonen und Zufahrtsbeschränkungen. In italienischen Städten wie Florenz, Rom oder Mailand gibt es Bereiche mit der Bezeichnung "Zona a Traffico Limitato". Dort dürfen nur berechtigte Fahrzeuge einfahren. Häufig kontrollieren Kameras die Kennzeichen.
Deutschland: "Um in zahlreiche Innenstädte in Deutschland einfahren zu dürfen, benötigen Fahrzeuge eine grüne Umweltplakette. Neu ist, dass E-Fahrzeuge seit Anfang Oktober von dieser Pflicht ausgenommen sind. Diese Regelung gilt auch für österreichische E-Autos, die anhand ihres grünen KFZ-Zeichens eindeutig als E-Fahrzeuge erkennbar sind. Für andere Fahrzeuge muss man weiterhin die grüne Umweltplakette rechtzeitig vor Reiseantritt besorgen", erklärt Polasek.
Bei längeren Fahrten sollte die Route realistisch geplant werden. Müdigkeit und nachlassende Aufmerksamkeit erhöhen die Unfallgefahr. "Daher sollte die Route gut geplant und mit nicht zu langen Etappen am Stück bewältigt werden. Wer die Strecke entlang von Sehenswürdigkeiten und schönen Landschaften plant, kann regelmäßige Pausen zudem mit Sightseeing verbinden", so Polasek.
In höheren Lagen können im Herbst bereits winterliche Verhältnisse herrschen. Auch erste Straßensperren sind möglich. In Österreich gilt für Pkw und Lkw bis 3,5 Tonnen von 1. November bis 15. April die situative Winterreifenpflicht. Bei Schnee, Schneematsch oder Eis müssen Winterreifen montiert sein.
Im Ausland gelten teilweise andere Zeiträume und Vorgaben. Wer Dokumente, Pflichtausstattung, Maut, Wetter und Fahrzeugzustand vor der Abreise prüft, kann sich unterwegs viel Stress ersparen.